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Alle Homepages sind gleich?

Dank den Vorlagen von FrontPage, NetObjekts Fusion usw. ähneln sich viele private, wie auch geschäftliche Websites im Internet. Die ahnungslosen “Webdesigner” kopieren dann die Texte von ein paar anderen Sites zusammen, und fertig ist die Internetpräsenz!

Vorlagen die man immer wieder sieht
Dank der Marketingoffensive der großen Webhoster und des Softwareimperialisten Microsoft wird die Bevölkerung, die nun endlich “drin” ist, auch mit den Werkzeugen zum Erstellen der eigenen Internetseite versorgt. Wo Microsoftprodukte sind, ist Frontpage nicht weit. Wer sich für ein paar Euro eine Domain bestellt bekommt gleich noch die mehrfach prämierte Software NetObjects Fusion dazu. Da liegt es nahe, sich garnicht erst mit HTML, geschweige denn mit Usability oder ähnlichem zu beschäftigen.
Die mitgelieferten Programme ermöglichen Anfängern meist nur wenig Innovation. Die vorgefertigten Vorlagen verwenden “Hinz und Kunz” auch schon. Dabei sein ist alles? Oftmals sollte man dann doch dabei bleiben, jemanden zu fragen, der sich damit auskennt.

Zur eigenen Homepage in fünf Minuten
Dank des fertigen Layouts ist die Homepage schon so gut wie fertig. Viele formschöne Buttons zur Navigation sind auch schon benannt, da fehlt nur noch der Content. Zum Glück ist das Internet die größte Wissenquelle der Welt. Ein paar Textschnipsel von hier, ein paar Codes von dort kopiert und im Editor eingefügt, schon ist wieder eine Website fertig, die die Menschheit nicht braucht. Es wäre ja nicht die erste nutzlose Site.
Vor allem scheint der verborgene Exibitionismus der Leute jeden ins Web zu treiben. Da werden ganze Fotoalben von Oma, Opa, Kind und Kegel weltweit veröffentlicht. Aber beim Onlineshopping schreien alle nach Datenschutz und bangen um Ihre persönlichen Daten.

Aufgeblähter Quellcode
Schon der Benutzer vor dem Bildschirm weiß nicht was HTML ist. Da sollten doch wenigstens die Programme, die die einfache Erstellung der “persönlichen” Homepage versprechen, wissen was sie machen. Doch wenn man sich mal den Quellcode ansieht, falls nicht wieder die rechte Maustaste “gesperrt” wurde, wird man von der Realität überholt. Selbst erfahrene HTML-Profis finden dort vor lauter leerer Tabellen mit “Blind-Gifs” und unnützen Tags nicht den Faden.
Wozu gibt es Menschen, wie Stefan Münz, die große HTML-Referenzen schreiben. Da muss man sich mal hinsetzen und ein paar ausgedruckte Seiten lesen. Aber dann weiß man wenigstens, wovon man redet, wenn man der Mutti erzählt, dass man jetzt auch eine Homepage im Internet hat.

Webdesigner, die keine sind
Am besten sind immernoch die Frontpage-Amateure, die ihr “Können” als Webdesigner an andere weiterverkaufen wollen. Nicht nur dass die dazugehörige Website völlig unübersichtlich, häßlich, unseriös und amateurhaft ist, es scheint wirklich Kunden zu geben, die solchen Leuten für gleichwertigen Mist Geld bezahlen.
Dadurch dass es den Beruf Webdesigner in Deutschland offiziell nicht gibt, kann sich auch jeder so schimpfen. Und “Tante Emma”, die muss natürlich mit ihrem Gemüselädchen am Dorfplatz auch noch den Datenhighway verstopfen.
Wer nicht im Internet vertreten ist, verliert Kunden. Doch wenn ich so manche Website sehe, auf der mir etwas verkauft werden soll, suche ich lieber das Weite!

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(CBS | 20.04.02)

Diskussion zum Thema:

4 Kommentare zu “Alle Homepages sind gleich?”
  • xarumanx 21.04.02, 19:58

    Es gibt sogar noch einen Punkt, den du ausgelassen hast: Die beliebten COntent Managment Systeme.
    Ich kenne zig Seiten, die alle das meiner Meinung nach schlechte CMS PHPNuke oder PostNuke verwenden. Auch alle Ableger dieser beiden CMS (und es gibt jede Menge davon) sehen genau gleich aus.

    Alle Seiten bieten die selben Features, mit teilweise den selben Beschreibungen und Texten und haben immer das gleiche Design. Doch gerade die Individualität macht den Reiz einer Siete aus. Ich möchte nicht auf jeder Webseite dieselben Farben sehen, mit den gleichen Inhalten.
    Doch meistens sind die Seiten, die ein solches CMS verwenden sowieso nicht sehenswert. Kennt man eine, kennt man alle.

    Auch mit Frontpage Seiten verhält es sich sehr ähnlich, Alle sehen im grossen und ganzen gleich aus, der wenn man eine wirklich individuelle Seite machen will, hilft einem ein WYSIWYG Editor nicht wirklich weiter. Man ist wirklich schneller, wenn man alles von Hand schreibt.
    Ich arbeite neben dem Studium in einer Webdesignfirma und sehe dort beinahe täglich, was Leute bereit sind, einem professionellen(!) Designer für eine Webseite ihres Hotels oder das eigene Unternehmen zu zahlen.

    Fast jedes Unternehmen hat zwar schon eine Webseite, doch der Sohn des Hausmeisters mag vielleicht der einzige sein, der einen Computer bedienen kann. Dementsprechend sieht die Webseite dann aus. Also lasst das (kommerzielle) Webdesign lieber die Profis machen, die privaten Homepages interessieren a) sowieso keinen und werden b) kaum besucht.

    Natürlich wird die erste Homepage nie besonders schön, und meistens ist diese auch mit einem WYSIWYG a lá Frontpage “programmiert” worden. Doch wer mehr als seine persönliche Homepage machen will sollte sich zuerst am besten durch mehrere HTML Referenzen lesen, danach die W3C Recommendations auswendig lernen (oder zumindest wissen dass es diese gibt und wo man sie nachlesen kann), gleich anschliessend ein professionelles Grafiktool seiner Wahl zu benutzen lernen und sich danach Grundkenntnisse der verschiedenen Scriptsprachen aneignen.

    Und erst nach mehreren Jahren Praxis mit privaten und nicht kommerziellen Homepages darf man sich daran wagen, sich selbst Webdesigner zu nennen.

  • hpfans 07.11.02, 16:41

    Ich möchte diese schon etwas ältere Kolumne noch mal “ausgraben” und ein weiteres Beispiel für die “Retortensites” bringen.

    Viele von uns kennen den Anbieter beepworld.de – das sind die, wo man so nen Kasten kriegt, da schreibt man seinen Text rein, dann klaut man sich noch von “echten Sites” die Bilder und fertig ist die eigene Super-Homepage.
    Am besten wirkt das mit einer “echten kostenlosen Domain”. Ihr wisst wohl welche ich meine …

    Auf jeden Fall sind die Sites aller dort angemeldeten Nutzer von verschiedenen Vorlagen. Und so sehen sie auch aus.
    Alle haben diese tollen zwei-frame oder gar-kein-frame-sites mit dem ewig falsch ladenden Gästebuch und dem eigenen an beepworld.de gekoppelten Chat.
    Was ich eigentlich ausdrücken möchte: wenn schon Vorlage, dann bitte nicht so groß verkaufen, wie es wohl einige machen.

    Wer Beispiele braucht, kann ja mal nachfragen, auf Anhieb fallen mir 5 Beispiele ein ;-)

    Jonas

  • cbs 07.11.02, 17:00

    Von Beepworld kenne ich auch diese tolle Flash-”Navigation”. Frei nach dem Motto “wer Flash nicht hat oder nicht mag, kann halt nicht auf meiner Homepage surfen” benutzen das dort fast alle Nutzer, weils so schön blitzt und funkelt…:-8

  • hpfans 08.11.02, 15:50

    oder: “ich hab kein flash, bin aber trotzdem profi”.
    Es wirkt ja auch unheimlich professionell wenn alles blitzt und blinkt …

    jonas


 
 
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Geschichte
Launch 1998
Christian Boris Schmidt startet als damals 16-Jähriger eine Website bei Geocities mit 5 MB Webspace, um Andere bei der Gestaltung eigener Websites zu unterstützen. Mit Hilfe des Weiterleitungsdienst home.pages.de wird die Seite auch erreichbar unter all.4.home.pages.de.

Eigene Domain 2000
Die Website ist erstmals unter all4homepages.de beim Webhoster Puretec (heute 1&1) erreichbar. Zuvor war die Reservierung einer eigenen Domain für den Schüler kaum bezahlbar.

Relaunch 2001
all4homepages.de bekommt nach mehreren Relaunchs das heutige Gesicht als Magazin. Blau wird zur Hausfarbe. Es folgen regelmäßige Newsberichte.

Homepage-Tools 2002
Andreas Mauf unterstützt ab sofort den Technik-Bereich. Nach einem Hosterwechsel werden für Mitglieder die ersten Homepage-Tools angeboten. Diese sind besonders beliebt, weil sie kostenlos und werbefrei sind. Es folgen die wöchentliche Kolumne und Gewinnaktionen für Mitglieder in Kooperation u.a. mit Canon und diversen Webhostern. Ende 2002 wird der erste, eigene Webserver in Betrieb genommen.

Neuer Name 2003
Zum 5. Geburtstag wurde MeinWebworker als neuer Name bekannt gegeben. Zu diesem Zeitpunkt nutzen mehr als 4.000 Mitglieder aktiv unsere Dienste. Nach dem erfolgreichen Abschluss einer IT-Ausbildung Mitte 2003 kann das Team die Arbeit am Projekt aus finanziellen Gründen nur noch teilweise fortgesetzen.

Übergangsphase 2004
Christian arbeitete seit dem Abschluss zunächst bei Zanox und Andreas machte sich mit der Idee zu Ecato als Einzelunternehmer selbstständig.

Ecato-Gründung 2005
Im Mai gründen Andreas und Christian mit Investoren Ecato, um Websitebetreiber beim Geld verdienen zu unterstützen. Kurz später müssen die Homepage-Tools von MeinWebworker leider aus organisatorischen Gründen eingestellt werden. Seit Ende 2005 können Websitebetreiber bei Ecato kostenlos in wenigen Schritten einen eigenen Marktplatz mit Preisvergleich einrichten und damit verdienen.

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