Die Giganten kämpfen um die Vorherrschaft. Doch wo sich zwei streiten, kommt ein lachender Dritter, ein kleiner Norwege. Auf der Strecke bleiben die Webdesigner, die mühsam anpassen müssen, oder Besucher, die massenweise ausgesperrt werden. Der Kampf geht in eine neue Runde…
Der große Krieg
Schon seit Jahren herrscht ein regelrechter Kampf zwischen den Browserherstellern. Dank dem W3C-Konsortium gibt es einheitliche Standards in Sachen HTML und CSS. Aber wen kümmert’s? Jeder Browser interpretiert den Quellcode anders. Nicht einmal unter den verschiedenen Versionen einer Software gibt es Einigkeit!
Und so versuchen zwei der größten Konzerne der Welt, die Herrschaft über die Browserlandschaft zu erlangen.
Der Monopolist
Früher war der Netscape Navigator der Standard-Browser im Internet. Jedoch liefert Microsoft seit einige Jahren den Browser aus eigenem Hause, den Internet Explorer, mit seinen Windows Betriebssystemen aus. Viele Gerichtsprozesse folgten. Dieser kartelrechtlich umstrittene Trick führte Microsoft wiedereinmal an die Spitze. Heute nutzen laut einer neuen Studie rund 90% der Internetuser den Internet Explorer. Die Software von Netscape ist mit sieben Prozent stark abgeschlagener Zweiter.
Der Online-Dienst
1998 kaufte AOL die verhältnismäßig kleine Softwareschmiede Netscape für 4,2 Milliarden Dollar auf. Bisher hatte AOL weiterhin auf den Microsoft-Browser für Ihre Zugangssoftware gesetzt. Jetzt sollen die 33 Millionen Mitglieder mit der nächsten Version auf den Tochter-Browser umsteigen. Diese Maßnahme wird ganz sicher das Verhältnis zwischen den beiden Standard-Browsern wieder mehr ausgleichen.
Der getarnte Browser
Die bekannteste Alternative ist wohl der norwegische Browser Opera. Als lachender Dritter mit einem Marktanteil von bis zu fünf Prozent in Deutschland, profitiert Opera vom Kampf der Giganten Microsoft und AOL Netscape.
Der Clou ist, der Nutzer kann über eine Einstellung im Optionsmenu den kleinen Browser als Internet Explorer oder einem anderen tarnen. So weiß man nie genau, wie stark der alternative Browser die Macht der Großen bereits untergraben hat.
Die armen Webdesigner
Auf der Strecke bleiben die Websitegestalter. Bevor man eine Website mit gutem Gewissen online stellen kann, muss für den toleranten Explorer, den zickigen Netscape und dem sehr genauen Opera angepasst werden. Besonders die Formatierung in CSS und die Verwendung von JavaScript erschweren das Leben des Websdesigners.
Ausgesperrte Besucher
Die Anpassung des Codes an alle Borwser ist mühsam. Daher gibt es viele Webmaster, die Ihre Seiten nur für Ihren bevorzugten Browser optimieren. Der ahnungslose Besucher wird dann oft wie ein Hund vor der Bäckerei ausgesperrt. “Optimiert für Browser Bla Version XY”. Leider ist auch in Zukunft keine Besserung in Sicht…
Links zum Thema
Microsoft Internet Explorer – Der Monopolisten-Browser
Netscape Borwser – Der Browser für die Liebhaber
Opera – Die clevere Alternative aus Norwegen
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(CBS | 30.03.02)



Die ganze genannte Problematik für die Webmaster stellt sich meiner Meinung nach überhaupt nicht, sobald sich der grossteil aller Webdesigner dazu durchgerungen hat, nur mehr den Standards (die auch von Microsoft und Netscape mitgestaltet wurden) des W3C zu folgen.
Es ist bei Programmiersprachen ganz ähnlich. Je “lascher” eine Programmiersprache ist, und je mehr Fehler sie durchgehen lässt, desto fauler wird der Programmierer. Ich gestalte selbst seit Jahren Webseiten und schau vermehrt darauf, dass sie im neuesten Opera Browser funktionieren. Mehr noch, ich gestalte die Homepages extra darauf hin, dass Opera sie Fehlerfrei anzeigen kann. Wenn das nämlich geschafft ist, ist die Seite einerseits Standardkompatibel und funktioniert auch auf allen anderen Browsern fehlerfrei.
Auch Javascripts funktinoieren meist Browserübergreifend (die verbuggten Netscape 4.x Browser muss ich hier ausklammern).
Deshalb mein Aufruf an alle Webmaster: Haltet euch an die Standards! Wer Seiten nur mit dem WYSIWYG Editor erstellt, sollte so schnell wie möglich HTML lernen und den Quellcode von Hand nochmal überprüfen. Und nur durch konsequentes nicht-unterstützen kann man weitere Egotrips der Browserhersteller vermeiden (Stichwort Layer und ActiveX).