Die Branchenriesen Microsoft und Netscape-Mutter AOL haben ihren jahrelangen Browserkrieg beendet, so berichten zahlreiche Medien. Das endgültige Aus für Netscape?
Der Krieg der Browser
Seit dem Kauf des Innovationsträgers Netscape durch AOL 1998 wurde das Unternehmen laut Experten immer weiter in die Bedeutungslosigkeit gewirtschaftet. Anfang der Neunziger hatte Netscape zum Boom des Internets bedeutend beigetragen. Als Weiterentwicklung des ersten graphischen Browsers Mosaik galt Netscape lange Jahre als unangefochtene Nummer eins im Web, bis auch Microsoft die Macht des Internets erkannte und sein Betriebssystem-Monopol zum Kampf gegen Netscape missbrauchte. Ein jahrelanger Rechtsstreit folgte bei dem Netscape letztendlich trotz mütterlichem Beistand der Atem ausging.
Die große Versöhnung
Nun, wo AOL und Microsoft sich einigen konnten, läuft offenbar alles nach der Nase von Bill Gates. Die beiden IT-Riesen legten nach Medienberichten den Streit in allen noch strittigen Punkten bei, AOL kassierte 750 Millionen Dollar dafür und ging als kleine Gegenleistung ein folgenreiches Vertragsverhältnis mit Microsoft ein. Die Hoffnung AOL würde Netscape durch den seit der Übernahme erwarteten Umstieg auf den hauseigenen Browser retten, ist damit wohl endgülitig erloschen. AOL versorgt seine Millionen Nutzer weiterhin mit einer auf dem Internet Explorer basierten Zugangssoftware.
Mit dieser Einigung wurde Netscape nach Expertenmeinungen endgültig der Gar aus gemacht. Auf die Nachfrage, ob man Netscape nun abschreiben könne, soll AOL-Chef Richard Parsons mit einem wenig überzeugendem “Noch nicht!” geantwortet haben. Das ernüchternde “Nicht zu diesem Zeitpunkt!” aus dem Munde des selben Mannes, wenige Sekunden später, macht wohl deutlich, wie “sehr” AOL noch an Netspace hängt: Gar nicht!
Gemeinsame Kampfansage
Diese Nachricht wird nicht nur den Netscape-Mitarbeitern den Magen umgedreht haben, auch die letzte Rettung Mozilla könne dies hart treffen. In welchem Umfang wird die Zukunft zeigen müssen. Derweilen planen Microsoft und AOL schonmal den gemeinsamen Angriff auf die Multimedia-Onlinewelt. So soll der “Windows Media Player” mit Hilfe von AOL zukünftig anderen Online-Größen an die Wäsche gehen. Zuletzt kündigte Microsoft an, Apples neuem Musikportal, dem “Itunes Music Store”, gehörig Konkurrenz machen zu wollen. Die Masche ist alt bekannt und vor allem alt bewährt: Die nächsten Betriebssystem-Generationen aus Redmond werden wohl nach der Eroberung des Internets den Multimedia-Bereich aufmischen.
Links zum Thema:
Spiegel Online: “Die Riesen tun sich zusammen”
Netzeitung: “Microsoft will Apples Musik-Erfolg kopieren”
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(CBS | 31.05.03)



Schade, dass es sich mittlerweile so entwickelt hat. Momentan gehöre ich nämlich auch zu der kleinen Gruppe, die momentan auf Netscape schwört: Mehr CSS-Unterstützung, konventionen-genaues Javascript und alles in einem Programm (Editor, Mail, Browser). Hätte Micrososft damals nicht den Schachzug gemacht und Windows mit dem IE “verschmolzen” wäre Netscape heute nicht in der Versenkung. Schade eigentlich, dass immer nur die Faulheit der Nutzer und nicht das bessere Programm siegt….
Das nicht mehr soviele Netscape nutzen, hängt evtl. auch damit zusammen, das die Version 4.x wohl kaum CSS unterstützte, erst mit der Version 6 wurde dies wieder besser.
Auch gibt es viele Einsteiger, Leute die das Internet nicht so oft nutzen, und ältere Leute – diese haben keine Zeit, Lust oder wissen nicht wie: Da bleibt als Rettung der ins Windows integrierte Browser IE :-|
Mich als Mozilla-Nutzer würde es natürlich nicht gerade freuen, wenn der Mozilla keine Updates mehr bekäme… Davon betroffen wäre doch dann bestimmt auch der Firebird?
Wie sich das genau auf Mozilla auswirken kann, mag heute noch niemand genau prognostizieren, jedoch würden die Netscape-Entwickler wohl da noch recht stark drinhängen. In wie fern die da noch mitmachen, wenn Sie kein Geld mehr bekommen, weiß ich nicht. :-|