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Jeder Internetnutzer ist ein Spammer!?

Offenbar ist es die deutsche Auffassung von Recht, dass man jedem die vorsätzliche Versendung oder Duldung von Spam ohne eindeutigen Beweis anlasten kann. Ein Fallbeispiel.

Der Verdacht reicht!
Aktuelle Fälle zeigen immer wieder wie hilflos das deutsche Recht gegenüber der Spamflut ist. Verwischt der wirkliche Versender der unerwünschten Werbemails seine Spüren geschickt, ist dieser nur noch schwer oder gar nicht auffindbar. Aber warum lange suchen, wenn man auch dem erst besten die Schuld zuschieben kann? Die deutschen Paragraphenreiter finden immer einen Grund. Einmal ist derjenige die einzige Bezugsperson, weil alle anderen Spuren verfälscht wurden. Das andere Mal hat ein Domaininhaber “zugelassen”, dass seine Internetadresse als Linkbeschreibung missbraucht wurde. Die bisher bekannt gewordenen Fälle sind im Gegensatz zu dem, womit jeder rechnen muss, der sich im Internet bewegt, wohl noch harmlos.

Wenn Spammer zurückschlagen…
Stellen wir uns einmal vor, ein Spammer fühlt sich von unserer Antispam-Berichterstattung gestört. Dass das nahe liegt, verdeutlicht die Spamflut, die jeden Tag in “unserem” Namen von einem bisher Unbekannten verursacht wird. In diesem Fall ist der Spammer aber wohl vor allem weiterhin an seinen Einnahmen interessiert und zieht uns “nur” nebenbei in den Spamsumpf mit rein, indem er unsere Domain hunderttausendfach in seinen gefälschten Absenderadressen verwendet. Also spammt er die Leute massenweise mit Viagra- oder Immobilienwerbung zu. Wie gesagt, versenden nicht wir diese Emails. Ebenso wenig haben wir irgendeinen Einfluss auf die Inhalte der Spam-Nachrichten. Der Spammer kann mit gefälschten Absendern versenden, was er will.

Das Opfer trägt die Beweispflicht?
Es wäre genauso denkbar, dass jemand, nur um uns Schaden zuzutragen, in Massenmails für unsere Website wirbt. Ohne dass wir das jemals verhindern könnten. Eine Welle an Abmahnungen wäre abzusehen. Unterlassungsforderungen kämen auf uns zu, die wir schon aus dem Grund, dass wir die Versendung solcher Mails auf keine Weise verhindern können, nicht unterzeichnen könnten. Klagen folgen. Für die Gerichte ist der Fall klar: In den Werbemails wird für unse Website geworben, also sind wir die Schuldigen. Beweise dafür braucht man erst gar nicht, das Urteil liegt doch auf der Hand. Was hätte ein Spammer schon davon, wenn er unsere Website bewirbt? Er würde wohl möglich bewirken, dass wir nicht nur “dicht” machen können, der finanzielle Schaden wäre wohl noch beträchtlicher. Und das Beste ist, sowas könnte jedem passieren!

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(CBS | 05.07.03)

Diskussion zum Thema:

5 Kommentare zu “Jeder Internetnutzer ist ein Spammer!?”
  • pit 06.07.03, 02:35

    Klasse – ein sehr guter Artikel und absolut realistisch. Genau darum geht es. Der Schaden, der einem, als unbescholtenen Betreiber einer Web-Präsenz oder auch nur als Inhaber einer x-beliebigen Mail Adresse, aus solchen Spam-Aktionen entstehen kann ist enorm und hat bei weitem nichts mehr mit einem verzeihbaren ‘Ausrutscher’ zu tun.

    Erst gestern bekam ich – neben dem üblichen anderen Spam – die von Martin erwähnte Mail „Pech gehabt Bin schon weg“ von ‚Trauriger Engel’ [Emailadresse entfernt]. Diese Mail enthält einen vermeintlichen Link auf die Seite http://www.angst-dir-was-zu-sagen.de, ebenso gut hätte der Sender auch jede andere Adresse angeben können, denn tatsächlich verlinkt wird zu angst901.tripod.com.br/angst.txt?sid=(…). Folgt man dem Link mit der angemessenen Vorsicht und beschäftigt sich mit dem Inhalt der angegebenen Seite, so stößt man auf mehrfach codierte JavaScript Routinen und schließlich auf ein Plugin (Internet-Live! 1.1) das gemäß den Angaben einer Firma mit dem netten Namen „Inpa Insaat Malzemeleri Pazarlama Ve Ticaret Limited Sirketi“ gehört und das sich ohne weitere Aktion des Users (sieht man vom Öffnen des Links mal ab) auf dessen lokalen Rechner installieren möchte. Auf einen umfangreichen Funktionstest habe ich dann allerdings verzichtet und mich stattdessen im Internet über den Herausgeber informiert. Unter http://www.harald-diehm.de/antidialer.htm fand sich dann auch gleich die Bestätigung und weitere gute Infos zum Thema, Angaben zur wahren Identität des Absenders gab es allerdings auch hier nicht. Sackgasse – zurück zum Programm. Die Authentizität des Herausgebers wird durch die Thawte Server CA, bzw. durch die Thawte Consulting in Cape Town, Südafrika bestätigt und auf deren Seiten (thawte.com) findet sich dann auch ein deutscher Ansprechpartner in Ilmenau, dieser ist aber wohlgemerkt nur für die Server-Authentifizierung, nicht aber für den Content verantwortlich, der wahre ‚Engel’ bleibt also leider bis auf weiteres traurig und anonym.

    Für den Laien ist nur der Absender und die angegebene Adresse ersichtlich, beide sind gefälscht und führen den Betroffenen vorsätzlich in die Irre. Auch wenn in diesem Fall beide Angaben fiktiv sind, so werden oft reale Adressdaten verwendet, die dann zu einem völlig ahnungslosen Dritten führen. Ziel der Spammer ist es die eigene Identität zu verschleiern und doch einen ‚seriösen’ und unverdächtigen Absender vorzutäuschen. Neben den doch eher harmlosen Dialern können, so auch ‚leicht’ richtig fiese Tools in den Umlauf gebracht werden, besonders wenn man davon ausgeht, dass zunehmend renommierte und daher für den Empfänger unverdächtige Markennamen für solche SpamMails missbraucht werden (siehe Microsoft).

    Gruss Pit

    //Admin: Emailadresse entfernt, Links “entschärft”.

    Letzte Änderung von Christian Boris Schmidt am 06.07.03, 02:42.

  • cbs 06.07.03, 02:45

    Danke erstmal für das Lob. Ich musste leider auch hier ein wenig editieren um unsere Nutzer und andere Emailadressen-Inhaber zu schützen. Da hast Du aber sehr viele und interessante Dinge herausgefunden. Mir wurde auch der Tipp gegeben, wenn ein Dialer im Spiel ist die Herstellerfirma herauszufinden, was oftmals leicht möglich ist. Wäre nett, wenn Du mir diese Informationen noch mal ausführlich kommentiert zukommen lassen könntest. Emailadresse sollte bekannt sein… ;-)

  • pit 06.07.03, 03:08

    :-) Ist ja auch richtig, obgleich die Mail Adresse aufgrund der verwendeten Sonderzeichen wohl auch nur gefakt war – aber sicher ist sicher. Die Mail mit den Quellenangaben wie auch die Adresse der Inpa Ltd. schicke ich dir gleich. Btw. der Dialer (Internet-Live! 1.1) berechnet 20 EUR pro Einwahl und zusätzlich 2 EUR pro Minute.

    Gruss Pit

  • hpfans 08.07.03, 16:12

    “Und das Beste ist, sowas könnte jedem passieren!”

    Mal wieder ein Artikel, der meine internen Gedanken endlich mal wieder in Worte fasst! Weiter so!

  • semo 09.07.03, 12:12

    Genau das ist das Problem. Eine Lösung scheint bei weitem noch nicht in Sicht. Inzwischen erreicht zwar auch den Laien hin und wieder mal ein Bericht über Spam, aber richtig Aufgeklärt sind sie nicht. Meistens können sich Laien auch gar nicht vorstellen, dass es wirklich so einfach ist, EMailadressen, etc. zu fälschen.

    Das die Gerichte auch ihre Probleme habe bestätigen inzwischen viele Urteile. :-(


 
 
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Geschichte
Launch 1998
Christian Boris Schmidt startet als damals 16-Jähriger eine Website bei Geocities mit 5 MB Webspace, um Andere bei der Gestaltung eigener Websites zu unterstützen. Mit Hilfe des Weiterleitungsdienst home.pages.de wird die Seite auch erreichbar unter all.4.home.pages.de.

Eigene Domain 2000
Die Website ist erstmals unter all4homepages.de beim Webhoster Puretec (heute 1&1) erreichbar. Zuvor war die Reservierung einer eigenen Domain für den Schüler kaum bezahlbar.

Relaunch 2001
all4homepages.de bekommt nach mehreren Relaunchs das heutige Gesicht als Magazin. Blau wird zur Hausfarbe. Es folgen regelmäßige Newsberichte.

Homepage-Tools 2002
Andreas Mauf unterstützt ab sofort den Technik-Bereich. Nach einem Hosterwechsel werden für Mitglieder die ersten Homepage-Tools angeboten. Diese sind besonders beliebt, weil sie kostenlos und werbefrei sind. Es folgen die wöchentliche Kolumne und Gewinnaktionen für Mitglieder in Kooperation u.a. mit Canon und diversen Webhostern. Ende 2002 wird der erste, eigene Webserver in Betrieb genommen.

Neuer Name 2003
Zum 5. Geburtstag wurde MeinWebworker als neuer Name bekannt gegeben. Zu diesem Zeitpunkt nutzen mehr als 4.000 Mitglieder aktiv unsere Dienste. Nach dem erfolgreichen Abschluss einer IT-Ausbildung Mitte 2003 kann das Team die Arbeit am Projekt aus finanziellen Gründen nur noch teilweise fortgesetzen.

Übergangsphase 2004
Christian arbeitete seit dem Abschluss zunächst bei Zanox und Andreas machte sich mit der Idee zu Ecato als Einzelunternehmer selbstständig.

Ecato-Gründung 2005
Im Mai gründen Andreas und Christian mit Investoren Ecato, um Websitebetreiber beim Geld verdienen zu unterstützen. Kurz später müssen die Homepage-Tools von MeinWebworker leider aus organisatorischen Gründen eingestellt werden. Seit Ende 2005 können Websitebetreiber bei Ecato kostenlos in wenigen Schritten einen eigenen Marktplatz mit Preisvergleich einrichten und damit verdienen.

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