Für viele ist das Internet durch die Anonymität eine rechtsfreie Zone. So tummeln sich millionen bedenklicher Sites im Netz. Lange war besonders Sex im WWW am gefragtesten, doch auch dieser Trend scheint sich langsam zu wenden…
Sex sells!?!
Dieses Motto gilt auch im weltweiten Datennetz. Sogar besonders, viele Jahre lang war Sex das meist gefragteste Stichwort bei Suchmaschinen. Durch die Überflutung an pornografischen Angeboten, scheint Sex im Web jedoch langsam seinen Rang an andere Inhalte abgeben zu müssen. Vielleicht deshalb will besonders die deutsche Gemeinde der Sex-Seller ihr Schmuddelimage aufbessern. Denn dadurch dass sich Sexualität immernoch im gesellschaftliche “halbdunkel” befindet, haben gerade in diesem Sektor Betrüger freie Hand. So haben die Mächtigen der Branche gemeinsam einen Verhaltenskodex aufgestellt. Diese ausgewählte Gruppe an Adultsites, also Websites für Erwachsene, kämpft nun um gesellschaftliche Anerkennung. Wer seinen “guten Ruf” in der Branche wahren möchte, muss nun laut Kodex auf Auto-Dialer komplett und auf PopUps teilweise verzichten.
Die Nachfrage nach entsprechendem Content besteht nach wie vor, so ist Pay-Content in der Branche Standard. Für freizügige Bilder wird gern bezahlt, für Schlagzeilen des Spiegel jedoch kaum. So gingen 70 Prozent der über 125 Millionen Euro Umsatz des letzen Jahres für bezahlte Inhalte an die Erotikindustrie.
Für Software bezahlen? Warum…?
Seit der Verbreitung der CD-Brenner ringen die Softwareentwickler um Ihre Einnahmen. Breitband-Internet gibt Ihnen nun den Rest.
Besonders auf den Osteuropäischen Servern, findet man ganze Softwarearchive. Microsoftprodukte sind auch hier besonders beliebt, nicht zu letzt wegen ihrer übertriebenen Preise. Warum XP kaufen, wenn man es innerhalb einer knappen Stunde mit ADSL herunterladen kann? So scheint das Motto vieler zu sein…!
Und wer ehrlich ist, ertappt sich sicher auch selbst dabei, Software unerlaubt zu benutzen. Die Versuchung ist zu mindest sehr groß.
Oft muss man nicht mal Vollversionen vom russischen Server laden. Eine Testversion reicht da schon aus. Die kann man offiziell und legal bei den meisten Herstellern z.T. sogar auf CD beziehen. Auf den vielzähligen Websites mit Cracks, Hacks und Cheats, findet man schnell Abhilfe gegen Zeitbeschränkungen. Aber auch Raubkopien sind trotz Kopierschutz lange kein Problem mehr.
Selbst deutsche Verlage werben schon für Hacker-Bücher, diese dienen natürlich nur zur Aufklärung von Sicherheitslücken.
Bravo-Hits…? KaZaA-Hits!
Auch die Milliarden schweren Musikkonzerne schwächeln. Gegen Millionen User kann man sich nicht wehren. Jedoch anstatt diese Entwicklung zu nutzen, stellen sich die Plattenmillionäre gegen zukunftsweisende Techniken. Das Netz schafft sich seine eigenen Standards. Doch die Tauschbörsen und MP3-Seiten im Netz sind oft mehr als Hitparaden. Das Internet ist das größte Musik-Archiv der Welt. Hier findet man Titel, die kein Plattenladen anbietet.
Während sich der Konsument längst in der Zukunft befindet, rennen die großen Musiklabels der Realität hinterher.
Und während sich die Investoren über die Gelderverteilung beim Aufkauf des längst verstorbenen Patienten Napster streiten, wächst die halblegale Konkurenz aus allen Ecken.
Die Industrie wird lernen müssen, dass sich die User im Internet nicht an Kartelle halten. Während Bravo und Co den Teenies diktieren, was “cool” ist, schafft sich die Netzcommunity eigene Trends.
Viele kleine Labels und unbekanntere Künstler nutzen diese Entwicklung, anstatt sich gegenüber Ihrer Fans durchsetzen zu wollen.
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(CBS | 13.04.02)



[Anmekrung: Dieser Kommentar ist zwar im Präsens formuliert, trifft aber nicht auf meine heutige Situation zu, sondern auf die Situation bis vor etwa einem Jahr]
Ich kann mir sehr gut vorstellen, warum für Software kaum bezahlt wird.
Es gibt sehr viele Softwareprodukte auf dem Markt, die wirklich brauchbar sind, und für deren Benutzung ich sehr gerne bezahlen würde. Doch um die Software zu kaufen ist es meistens nötig eine Kreditkarte zu besitzen. Und nicht jeder hat eine, oder möchte seine Daten über das Netz preisgeben.
Es gibt zwar auch oft die Möglichkeit per Nachnahme oder Vorauskasse zu bezahlen, doch beide sind sehr unattraktiv. Neben den hohen Nachnahmegebühren gibt es auch noch oft die Einschränkung auf ein oder zwei Länder. So ist es für mich nahezu unmöglich, in einem deutschen Webshop einzukaufen, und die Waren per Nachnahme nach Österreich verschicken zu lassen.
Vorauskasse ist deshalb unattraktiv, weil dann eine Lieferung mindestens zwei Wochen, im Regelfall auch noch länger. Ausserdem kommt noch hinzu, dass man nicht weiss, wie sehr man dem Händler vertrauen kann. Es gibt durchaus Fälle, in denen ein Produkt per Vorauskasse berzahlt wurde, doch die Lieferung blieb aus.
Inzwischen bin ich per Kreditkarte in der Lage, alles was ich wirklich benutzen möchte, auch zu bezahlen. So sehr ich illegale Aktivitäten hasse, ist es teilweise gar nicht anders möglich, eine Software zu benutzen und diese auch zu bezahlen.
Doch das Problem liegt hier nicht am User selbst, sondern am Bezahlsystem. Kaum jemand hat sich bisher die Mühe gemacht, über ein System nachzudenken, dass Weltweit einsetzbar und gleichzeitig sicher ist (wobei es absolute Sicherheit natürlich nie geben kann).
Doch genau hier muss die Forschung in Zukunft hingehen. Gleichzeitig sollte auch ein Umdenken bei den grossen Firmen passieren. Nicht nur eine große Auswahl im Geschäft, sondern auch per Web muss verfügbar sein.
Der größte Schaden entsteht den Software Firmen auch nicht durch einzelne Hacker, die die Software dann per Internet gratis anbieten. Viel gröere Schäden entstehen durch Raubkopierer im grossen Stil, die mehrere hunderttausend Kopien der Software zu einem Dumpingpreis auf den Markt werfen. Inzwischen sind die Kopien schon so gut (es werden auch Lizenzvereinbarungen, Handbücher und Produktschachteln nachgedruckt), dass ein “normaler” Kunde nicht in der Lage ist, richtig von falsch zu Unterscheiden (auch der Hersteller selbst kann nicht mit Sicherheit sagen, ob der CD-Key des Produktes aus der eigenen Schmiede stammt).