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So kommen Sie in die “große” Presse!

Sie wollten schon immer mal mit Ihrer Homepage in namhaften Medien vorgestellt werden? Lesen Sie wie es bei MeinWebworker geklappt hat und was man daraus lernen kann.

Wecken Sie Sensationslust der Leser
Redakteure und Leser sind immer auf der Suche nach Sensationen. Heute, wo man (fast) alles schon mal gesehen oder gehört hat, ist eine interessante Story nur schwer zu finden. Nachdem ich Anfang Mai auf Grund einer Spammer-Attacke so viele Emails an einem Abend bekommen habe, wie manch einer wohl nicht einmal im ganzen Leben, wurde mir schnell klar, das ist eine Sensation für die sich auch andere interessieren könnten. Also ergriff ich die Chance und rief bei zahlreichen Internetredaktionen an. Leider empfand die, ich sage mal, Fachpresse dieses Ereignis weniger sensationell, als ich mir das erhofft hatte. Ein Redakteur aus dem heise Verlag spielte das Ereignis herunter, denn sowas sei heute schon lange nicht mehr “neu”. Auch beim Branchendienst intern.de war es wohl nichts neues mehr, dass Nutzer zehntausende Emails auf Grund des gezielten Versandes von Spam über deren gefälschte Emailadresse erhalten, also wurde der Fall nur nebensächlich erwähnt. Bei ZDNet verlängerte offenbar die halbe Redaktion das Wochende nach dem Tag der Arbeit und nahm sich auch das Ende der Woche frei. Also konnte oder wollte man sich meinem Anliegen nicht annehmen.

Nicht vor Großen zurückscheuen
Halb resignierend wand ich mich an die größeren, nicht unbedingt technisch orientierten Redaktionen, ohne noch viel davon zu erwarten. Tatsächlich zeigte die Redaktion der Netzeitung ein wenig mehr Interesse und es kam sogar zu einer Veröffentlichung. Mittlerweile hatte ich auch einem Redakteur von Spiegel Online meinen “Erlebnisbericht” zugesandt. Dieser meldete sich auch kurze zeit später und zeigte sehr großes Interesse. Leider gestaltete sich die Überführung des vermeintlichen Übeltäters aus rechtlicher Sicht nicht so, wie der Redakteur es sich vorgestellt hatte. Aber im Rahmen eines längeren Artikels zum Thema Spam wurde auch mein Fall geschildert.
Zu dieser Zeit war Spam wegen Promotion-Kampagnen großer Internetdienstleister in aller Munde. Also nahmen auch wir und dem Thema nach wochenlanger Berichterstattung an und ich berichtete im Thema der Woche von dem Vorfall, der mein Postfach sprengte und die Domain “meinwebworker.de” in zahlreiche Spamfilter brachte. Dies brachte den größten Erfolg. Auf meine Antispam-Artikel über Suchmaschinen aufmerksam geworden, lies nun auch ein Redakteur von Planetopia, dem Wissensmagazin auf Sat.1, von meiner Geschichte und schreib mich an. Nachdem der Drehtermin einmal verschoben werden musste, kam dann ein vier-köpfiges Fernsehteam zu mir nach Hause und drehte knapp drei Stunden lang, wovon dann ein paar Sekunden im Fernsehen gezeigt wurden.
Eine weitere Anfrage kam dann von einem Stern-Redakteur, der mir einige Wochen später einen Fotografen vorbei schickte, der wiederum fast drei Studen lang Fotos von mir knipste, wovon eines nun auch in der aktuellen Ausgabe des Stern landete.

Immer wieder nachhaken
Was ich gelernt habe ist, wenn es wirklich zu einer Nennung kommen soll, muss man immer wieder nachhaken. Treten sie in den direkten Kontakt mit den zuständigen Redakteuren. Fragen Sie nach, wie der Stand der Recherchen ist. Drängen Sie auf die Nennung Ihrer Internetadresse, denn nur Ihr Name nützt Ihnen reichlich wenig, um Leser auf Ihre Website aufmerksam zu machen. Speichern Sie Gesprächsnotizen nach jedem Telefonat ab, um immer den Faden zu behalten. Scheuen Sie nicht davor, alle zwei bis drei Tage in den Redaktionen anzurufen, um an Ihre Story zu erinnern. Dadurch, dass man immer wieder nachhakt, zeigt man, dass einem an der Veröffentlichung etwas liegt und kann versuchen auf die Berichterstattung in gewissen Maße Einfluss zu nehmen.

Nicht zu viel erwarten
Wenn Sie jetzt denken, durch einem Bericht in einer handvoll namhafter Online-Magazine, einem Interview im Privatfernsehen und dem Abdruck Ihres Fotos in einem der auflagenstärksten Magazinen in Deutschland bricht Ihr Webserver unter dem Besucheransturm zusammen, liegen Sie leider daneben. Soweit nachvollziehbar haben die Artikel in den Online-Magazinen weniger als 500 Besucher gebracht. Bei knapp über einer Million Zuschauer hat uns Planetopia ohne Einblendung der Internetadresse immerhin einige tausend Besucher gebracht. Hätte der Sender nicht die wichtigste Minute des Interviews aus Zeitgründen herausgeschnitten, wo ich auf den kostenlosen Download unseres Spamfilters hinweise, hätte das wohl noch wesentlich besser ausgesehen. Zu guter letzt brachte der Bericht im Stern bisher noch keinen merkbaren Erfolg in Sachen Besucherzahlen. Insgesamt ist die Bilanz doch sehr ernüchternd im Vergleich zum Aufwand, den es gekostet hat, um in all diese Medien zu kommen. Vor allem die ständigen Kürzungen, von denen selbst der Printartikel nicht verschont blieb, haben den gewünschten Besucheransturm verhindert.

Links zum Thema:
Nennung bei intern.de
Nennung bei Netzeitung
Nennung bei Spiegel Online
Interview bei Planetopia
Artikel im Stern

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Studie: Wie Journalisten das Internet nutzen

(CBS | 12.07.03)

Diskussion zum Thema:

7 Kommentare zu “So kommen Sie in die “große” Presse!”
  • stig 12.07.03, 18:24

    Auch wenn das nicht ganz so gut zu dem Beitrag passt, wollte ich mich vor allem über das wilde und wahllose “Schnipseln” der Journalisten aufregen, da ich selbst, wenn auch in wesentlich kleinerem Ausmaß, ebenfalls einmal betroffen war.

    Ich pflege eine – für dieses Metier – relativ umfangreiche Website für eine Hobbyfußballmannschaft. Irgendwann wurde dann die regionale Presse beim Rumsurfen darauf aufmerksam, meldete sich telefonisch bei mir und lud mich zu einem “Interview” in die Redaktionsräume ein. Ich ging hin, liess mich knipsen und gab bereitwillig Auskunft. Da der daraus entstandene Artikel ungefähr eine halbe Seite in der örtlichen Zeitung ausmachte, rechnete ich wenigstens mit einigen Besuchern mehr. Ironischerweise wurde aber bei dem umfassenden Bericht über den “verrückten” Webmaster die URL gar nicht erwähnt.

    Tolle Wurst. Jetzt habe ich einen schönen, ausführlichen Bericht über meine Seite in der Zeitung, und niemand kann dorthin surfen, ohne umfangreich selbst zu suchen, was dann, wen wundert’s, auch niemand gemacht hat. Kein einziger Besucher mehr als sonst…

    Danke, liebe Redakteurin. Statt ein bißchen Werbung für meine Seite zu bekommen, werde ich als “Freak” verkauft.

    Sorry, wenn das jetzt nicht ganz so zu dem Artikel passt, aber daraus kann man ja zumindest die Empfehlung ableiten, falls man einmal mit der Presse zu tun hat, sollte man auf jeden Fall darauf bestehen, dass auch die URL erwähnt wird. Nicht geübte Nutzer scheinen da nicht von selbst drauf zu kommen.

    Gruß
    Frank

  • teletubbie 12.07.03, 18:34

    Lieber Christian Boris Schmidt,

    abgesehen davon, dass ich Eure Website wirklich klasse finde, hab ich doch einige Anmerkungen zum Artikel “So kommen Sie in die große Presse”. Ich bin selbst Journalist, war mal Chefredakteur bei einem österreichischen Wirtschaftsmagazin und hab deshalb die eine oder andere Erfahrung gemacht mit Menschen, die einem ihre Geschichte ins Blatt drücken wollen. Vielleicht mag die eine oder andere Erfahrung hilfreich sein:

    1. Man sollte zwar auch telefonisch regelmäßig nachhaken, aber man sollte es tatsächlich unterlassen, “seinen” Redakteur totzutelefonieren. Wenn beim ersten Mal eine Absage kommt, sollte man das auch ernstnehmen und ohne einen aktuellen Anlass (etwa eine Weiterentwicklung der Story) sollte man auch das Nachhaken eher sein lassen. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass man recht schnell genervt sein kann von Menschen, die vielleicht eine interessante Story auf Lager haben, aber gleichzeitig meinen, die Story würde der Angelpunkt der medialen Welt sein. Also: behutsam vorgehen!

    2. Man sollte auch berufsbedingte Rush-Hours im journalistischen Alltag beachten: bei Tageszeitungen sollte man niemals vor der Mittagszeit anrufen, weil da alle mit der aktuellen Produktion beschäftigt sind und keine Zeit haben für Stories, die nicht enorm dringend sind. Wochenzeitungen haben ihren Redaktionsschluss meist zwei bis drei Tage vor Erscheinen, auch da herrscht enormer Stress. Das Personal von Monatsmagazinen wiederum sollte zehn bis 14 Tage vor Erscheinen der nächsten Ausgabe möglichst sanft behandelt werden, da nämlich kommen auch schon mal Nachtschichten vor, dementsprechend herrscht ein gewisser Aufnahmestopp für neue Stories, die auch in der nächsten Ausgabe noch Platz haben.

    3. Absoluter Unsinn ist es, sich an Chefredaktionen zu wenden, die haben meist anderes im Sinn. Man sollte sehr gezielt den passenden Redakteur suchen und eventuell im Archiv einer Medien-Website nachsehen, wer sich in der Redaktion am ehesten mit dem für den jeweiligen Story-Verklickerer wichtigen Thema befasst. Meist funktioniert die interne Weiterleitung in Redaktionen nicht so gut. Und Mails an redaktion@buxtehudetagblatt.net zu schicken und ähnliches, sorgt für lange “Dienstwege” inerhalb der Redaktion. Da kann es leicht vorkommen, dass die Mail verschütt geht.

    4. Es gibt sehr bemühte professionelle und weniger professionelle PR-Beuaftragte, die regelmäßig und in kurzem Abstand Presseaussendungen per Post an Redaktionen schicken. Nun kenne ich einige PR-Agenturen und auch Privatmenschen, die mich in ihren Briefen selbst vom bevorstehenden Untergang der Welt hätten informieren können – ich hätte es niemals erfahren, weil ich nach den ersten drei uninteressanten Info-Mails die Briefe ungeöffnet in die Rundablage geschmissen habe.

    Vielleicht waren das ja ein paar halbwegs sinnvolle Ergänzungen zu Eurer Story. Ansonsten: weiter so!

  • cbs 12.07.03, 18:42

    @Frank: Ich finde schon, dass der Kommentar passt. Auch ich habe ja darauf hingewiesen, dass man hartnäckig bleiben soll und seine Anliegen durchsetzen soll. Mir ging es im Übrigen, trotz mehrfacher Bitte, meine Adresse einzublenden, ähnlich mit dem Bericht bei Planetopia. Hätten die sich an die Abmachung gehalten, wäre der ganze Aufwand es auch mal wert gewesen, aber so: Pustekuchen! :-(

    @Martin: Danke für die hilfreichen Tipps. Wusste gar nicht, dass wir so “hohes” Publikum hier zu Gast haben…;D

    Letzte Änderung von Christian Boris Schmidt am 12.07.03, 18:48.

  • cbs 13.07.03, 17:59

    Wer hat denn noch Erfahrungen mit der Presse gesammelt? Ich kam bisher zu der Erkenntnis, dass man es im positiven Zusammenhang mit einer negative Schlagzeile am ehesten in die Berichterstattung schafft. Bestes Beispiel ist die Spam-Sache oder auch die Schlagzeile, wo ein Schüler von einem US-Unternehmen abgemahnt wurde, wo wir u.a. auch genannt wurden. ;D

  • halli 03.08.03, 00:56

    Manchmal geht es aber auch schneller, als man denkt. ;D

    Kaum hatten wir unsere Site (fast) fertig und am 1.7.03 online gestellt, war http://www.at-mix.de am 23.7.03 als Nr. 1 in der Kategorie ‘Computer & Internet’ der Neuvorstellungen ‘100 neue Internet-Adresen’ bei Computerbild mit dabei. :-)

    Wie auch sonst im Leben gilt: ‘Tue Gutes und rede darüber ….’

  • hpfans 03.08.03, 13:41

    @CBS
    Ich hab ganz tolle Erfahrungen mit der Presse gemacht, nämlich die folgende: wenn du das richtige thema auf deiner seite hast, lautet das motto: “warte nicht auf die presse, die presse wartet auf dich”:
    Vier Radiointerviews bisher (in Zeiten, in denen nicht viel zu unserem Thema passiert), zig Artikel über die Seiten, Erwähungen und auch einige Links sind schon einiges. Für mich gilt jetzt aber: der November wird heiß. Es gibt ab November bei uns nen eigenen Pressebereich, welchen wir meines Erachtens auch gut gebrauchen können!

    @Rainer:
    In dieser Liste war ich auch mal unter “Kultur” :-)

  • halli 04.08.03, 01:35

    @Jonas:
    auf die Freude folgte die Ernüchterung: seit Erscheinen des Heftes gab es bis jetzt (also innerhalb einer Woche) ganze 19 !!!! :-| Referrer-Klick zu uns(bei ansonsten 300 Besuchern täglich).

    @Alle:
    Könnt Ihr mir einen (kommerziellen) Dienst empfehlen, der mir unsere Pressemitteilungen an qualifizierte Adressen von Online-Redakteuren etc. per Mail verschickt? Habe schon Preise von 29,- bis 699,- gefunden. Alles mit schönen Sprüchen beworben …. Nur wo gibt es ein gutes Preis-/Leistungs-Verhältnis?


 
 
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Geschichte
Launch 1998
Christian Boris Schmidt startet als damals 16-Jähriger eine Website bei Geocities mit 5 MB Webspace, um Andere bei der Gestaltung eigener Websites zu unterstützen. Mit Hilfe des Weiterleitungsdienst home.pages.de wird die Seite auch erreichbar unter all.4.home.pages.de.

Eigene Domain 2000
Die Website ist erstmals unter all4homepages.de beim Webhoster Puretec (heute 1&1) erreichbar. Zuvor war die Reservierung einer eigenen Domain für den Schüler kaum bezahlbar.

Relaunch 2001
all4homepages.de bekommt nach mehreren Relaunchs das heutige Gesicht als Magazin. Blau wird zur Hausfarbe. Es folgen regelmäßige Newsberichte.

Homepage-Tools 2002
Andreas Mauf unterstützt ab sofort den Technik-Bereich. Nach einem Hosterwechsel werden für Mitglieder die ersten Homepage-Tools angeboten. Diese sind besonders beliebt, weil sie kostenlos und werbefrei sind. Es folgen die wöchentliche Kolumne und Gewinnaktionen für Mitglieder in Kooperation u.a. mit Canon und diversen Webhostern. Ende 2002 wird der erste, eigene Webserver in Betrieb genommen.

Neuer Name 2003
Zum 5. Geburtstag wurde MeinWebworker als neuer Name bekannt gegeben. Zu diesem Zeitpunkt nutzen mehr als 4.000 Mitglieder aktiv unsere Dienste. Nach dem erfolgreichen Abschluss einer IT-Ausbildung Mitte 2003 kann das Team die Arbeit am Projekt aus finanziellen Gründen nur noch teilweise fortgesetzen.

Übergangsphase 2004
Christian arbeitete seit dem Abschluss zunächst bei Zanox und Andreas machte sich mit der Idee zu Ecato als Einzelunternehmer selbstständig.

Ecato-Gründung 2005
Im Mai gründen Andreas und Christian mit Investoren Ecato, um Websitebetreiber beim Geld verdienen zu unterstützen. Kurz später müssen die Homepage-Tools von MeinWebworker leider aus organisatorischen Gründen eingestellt werden. Seit Ende 2005 können Websitebetreiber bei Ecato kostenlos in wenigen Schritten einen eigenen Marktplatz mit Preisvergleich einrichten und damit verdienen.

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