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Wem gehört das Internet?

Als “einfacher” User denkt man in der Regel, das Internet sei ein autonomes Netzwerk. Auch das Internet hat eine “Regierung”, die wiederum von den anderen “regiert” wird. Doch es kommt Kritik auf und Alternativen werden geschaffen.

Die Internetregierung
Die “Internet Corporation for Assigned Names and Numbers”, kurz ICANN, ist die zentrale Verwaltung des Internets, oft auch “Internetregierung” genannt. Durch die Koordinierung der IP-Adressen, des Domainnamen-Systems, der Internetprokolle und die Überwachung der Root-Server hält diese “unkommerzielle” Organisation mit Sitz in Kalifornien (USA) aus technischer Sicht alle Fäden in der Hand.
Die ICANN soll sich auch um die Belange der Internet-Nutzer kümmern. Fünf der Direktoren wurden daher in einer weltweiten Online-Wahl gewählt. Jedoch läuft deren Amtszeit im Herbst aus, ohne eine weiter vorgesehene Nutzerbeteiligung. Ohnehin wurde die im sogenannten “White-Paper”, der “Verfasung” der ICANN, angedachte gleichmäßige Verteilung der Direktorenplätze an Community und Wirtschaft von Beginn an missachtet.

Die Rolle der USA
Das Internet ist von Geburt an ein “Kind” der USA. Als Nachfolgenetz des millitärischen Arpanet steht es immernoch unter dem Einfluss der Regierung der Vereinigten Staaten. Die ICANN trat die Nachfolge einer staatlichen Verwaltung des Internets an.
So wurde zum Beispiel die Top-Level-Domain (TLD) “.us” mit Druck des Handelsministeriums der USA unter Missachtung der sonst üblichen bürokratischen Abläufe verabschiedet. Die ICANN rechtfertigte dieses Vorgehen durch einen angeblichen “Notfall”. Es macht jedoch den Anschein, dass die “Weltmacht” wieder seine “Extrawurst” durchsetzt.
Gegen die europäische TLD “.eu” hatte sich die ICANN zuvor noch versucht zu wehren, man wurde sich dann aber doch einig.
Nicht nur der Staat, auch die amerikanische Wirtschaft “spielt” mit der Internetverwaltung. So blieb bis jetzt eine seit fünf Monaten fällige unabhängige Untersuchung der ICANN gegenüber VeriSign aus. VeriSign ist der größte Registrar von “.com”-Domains und auch deren Verwalter. Diese Doppelrolle, die andere Registrare benachteiligen könnte, wurde nur unter strenger Auflagen genehmigt. Die jährliche Überprüfung der Einhaltung dieser Auflagen soll den Wettbewerb sichern. Somit haben beide Parteien einen Vertragsbruch vorgenommen.

Das alternative Root-Server-System
Das ORSN (Open Root Server Network) hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Namensauflösung im Internet durch ein zusätzliches Root-Server-Netzwerk sicherzustellen. Das in Europa betriebene ORSN wird komplett kompatibel sein und soll keine Absonderung von der ICANN darstellen.
Durch ein von den USA unabhängiges europäisches System wären wir jedoch nicht mehr so stark auf das der ICANN angewiesen. Diese Maßnahme scheint auch dringend nötig, da ein Ausfall mehrerer Systeme in den USA Anfragen an das Domainnamesystem erheblich verzögern würden. Außerdem ist dies auch politisch eine notwendige Entscheidung, denn zur Zeit ist der “große Bruder” in der Lage alle Zugriffe zu kontrollieren. Durch eine Manipulierung des Root-Systems können ganze TLDs, wie “.de”, isoliert werden, so dass sie von außerhalb nicht mehr erreichbar wären.
Auch aus wirtschaftlicher Sicht muss sich Europa schützen, da amerikanische Großkonzerne immer mehr Einfluss auf die Gestaltung des Internets nehmen. Ein Missbrauch dieser Stellung der Amerikaner könnte den europäischen Wirtschaftsraum lahmlegen.
Die Nutzer würden durch eine Lastverteilung auf das System des ORSN auch profitieren, da so die Geschwindigkeit verbessert werden könnte.

Links zum Thema:
ICANN – Website der Organisation (engl.)
White Paper – Das White Paper der ICANN (engl.)
ORSN – Open Root Server Network in Europe (deutsch)

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(CBS | 11.05.02)

Diskussion zum Thema:

5 Kommentare zu “Wem gehört das Internet?”
  • hpfans 04.07.02, 16:21

    Ich muss der Äußerung “Das Internet war von Geburt an ein Kind der USA” vehement wiedersprechen.

    Es ist zwar wahr, dass der vorläufer des Internets aus Amerika kam. Damals hat die US-Army ein internes Militärnetzwerk installiert um den austausch zwischen den soldaten zu verbessern bzw. auszubauen. Mit Soldaten sind hier vor allem stützpunkte gemeint.

    Das Internet in der heutigen Form, mit der Möglichkeit der privaten Nutzung stammt aus der Schweiz, von einer Organisation, genannt CERT/CERN.

    HP-Fans.de

  • cbs 22.01.03, 10:34

    Um genau zu sein stammt das World Wide Web (WWW) von der genannten Organisation, jedoch ist auch das WWW nichts ohne die technische Grundlage des (gesamten) Internets, die in Hand der USA ist! :-(

  • fralu 23.01.03, 08:49

    Ich finde jedem gehört irgenwie ein Stück des ganzen, jeder vernetzte Rechner ist bestandteil des Systems.
    Und so finde ich trägt auch jeder ein stück Verantwortung.
    Würde keiner bereit sein für Pornografische Inhalte im Internet zu Bezahlen, würde es diese Seiten dann geben??
    War das Internet anfangs in der Hand von wenigen Freacks hat es sich heute dank WWW zu einer Weltumspannenden Plattform entwickelt.

    (Was waren das für Zeiten als ein aussagekräftiger Text noch wichtiger war als bunte blinkende Bildchen);-)

  • cbs 23.01.03, 10:44

    Ja, idiologisch mag das vielleicht stimmen, aber die Realität sieht wie gesagt anders aus. Das Internet wird im Endeffekt durch das US-Handelsministerium bzw. deren “Lakaien” ICANN kontrolliert. Ohne das Root-Server-System von denen gäbe es keine Domains usw. :-|

  • limazwo 23.01.03, 12:10

    Super Artikel, gerade der Hinweis auf die Wirtschaftliche Macht der Amis in Europa. Viele Firmen leben vom Internet und immernoch sind Servicedienstleister ein sehr starker Wirtschaftszweig mit tausenden von Arbeitsplätzen (ISP’, Hoster, Firmen wie Ebay oder Amazon etc.). Die Bestrebungen Europas bezüglich ORSN sind aus Europäischer Sicht sehr zu begrüssen, allerdings schon beinahe überfällig. Es ist wahrlich erschreckend zu sehen, daß eine Amerikanische Behörde den weltweiten IT-Bereich im Handumdrehen zurstören kann. Hoffen wir, daß es nicht dazu kommt bis sich QRSN etabliert und gefestigt hat…

    Grusz,
    L2


 
 
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Launch 1998
Christian Boris Schmidt startet als damals 16-Jähriger eine Website bei Geocities mit 5 MB Webspace, um Andere bei der Gestaltung eigener Websites zu unterstützen. Mit Hilfe des Weiterleitungsdienst home.pages.de wird die Seite auch erreichbar unter all.4.home.pages.de.

Eigene Domain 2000
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Relaunch 2001
all4homepages.de bekommt nach mehreren Relaunchs das heutige Gesicht als Magazin. Blau wird zur Hausfarbe. Es folgen regelmäßige Newsberichte.

Homepage-Tools 2002
Andreas Mauf unterstützt ab sofort den Technik-Bereich. Nach einem Hosterwechsel werden für Mitglieder die ersten Homepage-Tools angeboten. Diese sind besonders beliebt, weil sie kostenlos und werbefrei sind. Es folgen die wöchentliche Kolumne und Gewinnaktionen für Mitglieder in Kooperation u.a. mit Canon und diversen Webhostern. Ende 2002 wird der erste, eigene Webserver in Betrieb genommen.

Neuer Name 2003
Zum 5. Geburtstag wurde MeinWebworker als neuer Name bekannt gegeben. Zu diesem Zeitpunkt nutzen mehr als 4.000 Mitglieder aktiv unsere Dienste. Nach dem erfolgreichen Abschluss einer IT-Ausbildung Mitte 2003 kann das Team die Arbeit am Projekt aus finanziellen Gründen nur noch teilweise fortgesetzen.

Übergangsphase 2004
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Ecato-Gründung 2005
Im Mai gründen Andreas und Christian mit Investoren Ecato, um Websitebetreiber beim Geld verdienen zu unterstützen. Kurz später müssen die Homepage-Tools von MeinWebworker leider aus organisatorischen Gründen eingestellt werden. Seit Ende 2005 können Websitebetreiber bei Ecato kostenlos in wenigen Schritten einen eigenen Marktplatz mit Preisvergleich einrichten und damit verdienen.

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