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Wird Google gefährlich für Partnerprogramme?

Jüngst hat Google seinen fünften Geburtstag gefeiert. Doch anstatt sich auf dem Ruhm auszuruhen, erobert man weiter die großen Bastionen des Webs. Die nächste Revolution steht vor der Tür: Geld verdienen mit Google AdSense, die intelligente Textanzeige.

Seit Anfang des Jahres ist bekannt, dass die “beste Suchmaschine der Welt” sein ebenso erfolgreiches Werbeprogramm nun auch für externe Seiten öffnet. Unter dem Namen “AdSense” konnte man ein System
entwickeln, dass den Inhalt einer Seite analysiert und versucht passende Sponsoren-Anzeigen darauf zu schalten. Dies hat man vorerst ausführlich in der Muttersprache, Englisch, getestet und kurze Zeit später auch auf die deutsche Sprache ausgeweitet. Zunächst beschränkte man sich, wie zuvor in den USA, auf reichweitenstarke Portale, um das System verfeinern zu können. Nun wurde angekündigt, dass man bald ebanfalls deutsche Hobbywebmaster, wie schon in Amerika, mit den inhaltsbezogenen Klickanzeigen versorgen wolle.   Google überollt alle
Google überollt alle


Das Aus für Affiliate-Marketing?
Bislang setzt die passende Vermarktung einer Website einen nicht zu unterschätzenden Aufwand und fundierte Kenntnisse vorraus. Es gilt für die Zielgruppe relevante Werbepartner zu gewinnen. Hier haben Partnerprogramme besondere Bedeutung. Seitdem Amazon Websitebetreiber, die für Bücher online werben, am Verkaufserlös beteiligt, sind Werbebanner auch von privaten Homepages nicht mehr wegzudenken. Und so sprossen in den letzten Jahren auch in Deutschland zahlreiche Partnerprogramme aus der Erde, wie Unkraut. Dem sogenannten Affiliate-Marketing verdanken Online-Händler oftmals mehr als die Hälfte ihrer Umsätze. Allerdings bedeutet die lukrative Vermarktung einer Website, wie gesagt, einen großen Aufwand. Hier schaffen intelligente Werbeformen Abhilfe. Auch hier hat der Vorreiter Amazon noch die Nase vorn. Individuelle Bestseller-Links preisen Produkte an, die aufgrund einer Auswertung der Verkäufe, falls man denn genügend verkauft, über eine Partnerseite besonders nachgefrgt werden. So kann der Webmaster seine Umsätze steigern, da stets Produkte dargestellt werden, für die sich die Besucher seiner Website wirklich interessieren.

Etwas anders geht hier die Werbelogik von Google heran. “AdSense” richtet sich, wie gesagt, nach dem Inhalt einer Seite und schaltet so relevante Werbung. Die Konsequenz für den Websitebetreiber ähnlich: Er muss sich nicht mehr um die passende Vermarktung seiner Seiten kümmern. So kann Google die Reichweite seines Anzeigenformats steigern und zusätzliche Einnahmen generieren, von denen die Webmaster einen bisher unbekannten Teil abbekommen. Ebenfalls interessant für den Homepagebetreiber ist die konstante Klickvergütung, die bei Partnerprogrammen in den letzten Jahren immer mehr von der Bildfläche verschwand.

Wer jetzt denkt, Google sei mal wieder allen weit vorraus, irrt sich wohl möglich. Denn auch die, von denen man das Prinzip der Suchmaschinen-Vermarktung abgekupfert hatte, eifern dem neuen Trend nach: Overture, Pionier im Vermarkten von Suchergebnissen, bietet auch inhaltsbezogene Text-Werbung an. Ob dieses Modell jedoch wie bei Google der breiten Massen der Webmaster angeboten wird, ist fraglich. Allerdings ist es auch im Interesse der oben angesprochenen Partnerprogramme, intelligente Werbeformen zu entwickeln, wie sie Amazon schon anbietet. Denn in der Regel generieren nur “eine Hand voll” Partner wirklich spürbare Umsätze, der Rest könnte nun mit intelligenten Anzeigen besser gefördert werden.

Pornowerbung, wo man nur hinsieht
Ein bisher öffentlich fast ignoriertes Problem ist der Missbrauch der Textanzeigen. Diese können nämlich sofort durch den Sponsor veröffentlich werden. Die Prüfung durch die Google-Redaktion folgt in der Regel einige Stunden später. Solange kann man Klicks für zweifelhafte Angebote generieren. So bereits bei Google selbst geschehen. Und es ist offenbar kein Einzelfall, dass zu harmlosen Stichworten pornografische Anzeigen geschaltet werden und stundenlang für jedermann, also auch minderjährigen Surfern, sichtbar bei Google eingeblendet sind.

Von diesem Problem bleiben offenbar ebenfalls die neuen Content-Partner, wie stern.de, nicht verschont. Hier warb ein Sponsor über die Google-Anzeigen, die meist am Bildschirmrand eingeblendet werden, für zweifelhafte Verdienstmöglichkeiten mit Hardcore-Pornografie der “feinsten” Sorte. Was beispielsweise “Kamera-Nutten” jedoch mit den Computerseiten von stern.de “am Hut” haben, weiß man nicht. Dementsprechend gab es bisher keine Stellungnahme der Online-Redaktion des renomierten Magazins. Lediglich wurden die grauen Textanzeigen, wohl wegen meines Hinweises, größtenteils von den Seiten entfernt. Wenn nun der Jugendclub von nebenan ein paar Cent mit intelligenter Werbung verdienen will, scheint es nicht ausgeschlossen, dass dort demnächst auch Angebote beworben werden, die mit Jugendarbeit “nur” bedingt zu tun haben.

Auf das falsche Pferd setzen
Eine richtige Wahl gibt es also auch mit Google “AdSense” nicht. Wer gezielt Seiten auf ein bestimmtes Partnerprogramm ausrichtet, kann zukünftig sicher weiterhin mehr mit den üblichen Partnerprogrammen verdienen. Die “mitdenkenden” Textanzeigen könnten hier lediglich als sinnvolle Ergänzung dienen. Wer sich lieber auf die Inhalte seiner Websites konzentrieren will oder muss, kann seine Seiten durch die neuen Werbeformate mit geringem Aufwand vermarkten. Dementsprechend “übersichtlich” werden hier jedoch auch die Verdienste bleiben. Zudem verliert man die Entscheidungsgewalt darüber, welche Angebote konkret auf den eigenen Seiten eingeblendet werden.

Links zum Thema:
Google Werbeprogramme
Google AdSense (engl.)
Werden Sie Partner von Amazon

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(CBS | 15.09.03)

Diskussion zum Thema:

11 Kommentare zu “Wird Google gefährlich für Partnerprogramme?”
  • mehlior 15.09.03, 15:42

    Was man bei Google damit erreicht ist ja eigentlich nur ein Ausbau des *Monopols*, der wohl auch nicht gu zu heißen ist. Wie in dem Artikel schon angesprochen bietet Amazaon durch die “Stichwort”-Links ja auch das passende Konzept, welches ich auf einer Seite übrigens mit Erfolg einsetze (Keyword ist dabei die Rubrik + Unterkategorie + Titel des Artikels), aber dies wird bald durch die Amazon Web Services bei mir ersetzt…. und diese Art der “Einbindung” halte ich für den größten Vorteil bei amazon.
    Warten wir ab, bis Google einen XML-Schnittstelle einbaut…;D

  • mehlior 19.09.03, 10:32

    Habe gerade festgestellet, dass Google soetwas ja schon hat *auch du sch…*, scheint sich aber nicht so durchgesetzt zu haben:
    http://www.heise.de/ix/artikel/2002/07/118/

  • cbs 30.12.03, 12:34

    Google AdSence gibt es jetzt auch ohne Umwege für deutsche Seiten. Dann mal viel Spaß bei Geld verdienen…;D

  • mehlior 30.12.03, 12:43

    Wo gibt es das denn ohne Umwege? Kenn immer noch nur den Umweg über google.com …

  • cbs 31.12.03, 13:34

    Ja, vorher musste man jedoch zunächst auch eine englische Seite für AdSence anmelden. Wurde diese angenommen, konnte man den Code auch auf den deutschsprachigen Homepages einsetzen. Seit kurzem können diese nun direkt beworben werden. ;-)
    PS: Guten Rutsch! (L)

  • mehlior 31.12.03, 13:47

    Also ich habe mich schon vor langem nur mit einer deutschen Seite beworben und wurde anstandslos akzeptiert …

    Ebenfalls an alle einen “guten Rutsch”!

  • cbs 08.01.04, 10:02

    Und welche Erfahrungen habt ihr so mit AdSence gemacht? :-)

  • hpfans 08.02.04, 12:27

    Nur gute ;-)
    Wieso setzt eigentlich meinwebworker.de noch keine AdSense-Anzeigen ein?

  • mehlior 08.02.04, 14:36

    @Erfahrungen:
    Nun ja, ich habe jetzt innerhalb von zwei Monaten ca. 20$ damit verdient, die Klickrate ist nicht wirklich höher wie bei anderen Werbearten, jedoch hat man wenig Arbeit damit …

  • halli 12.05.04, 15:25

    @Erfahrungen mit AdSense:
    es ist ja gegen die AGB, genaue Zahlen zu posten, aber bei mir sieht das ungefähr so aus:
    Klickrate beim 468*60 Banner ist etwa doppelt so hoch wie bei normalen Bannern (0,5 bis 1%). Lederboard und Skyscraper haben bessere Klickraten.
    Die Vergütung pro Klick variiert sehr stark: Im täglichen Durchschnitt war von 0,08€ bis zu 1,17€ schon alles dabei.
    Eines gilt immer noch: beim Klick ist der Besucher weg, denn ich kennen keinen weg das Klickziel in einem neuen Fenster zu öffnen.

  • cbs 12.05.04, 17:54

    Ja, in der Tat ist dieser Aspekt mit dem “Target” sehr unglücklich für den Webmaster. Auch die undurchsichtige Provisionsstruktur ist ein Nachteil. Insgesamt scheinen die Verdienste jedoch noch (!) viele zu überzeugen. ;-)


 
 
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Launch 1998
Christian Boris Schmidt startet als damals 16-Jähriger eine Website bei Geocities mit 5 MB Webspace, um Andere bei der Gestaltung eigener Websites zu unterstützen. Mit Hilfe des Weiterleitungsdienst home.pages.de wird die Seite auch erreichbar unter all.4.home.pages.de.

Eigene Domain 2000
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Relaunch 2001
all4homepages.de bekommt nach mehreren Relaunchs das heutige Gesicht als Magazin. Blau wird zur Hausfarbe. Es folgen regelmäßige Newsberichte.

Homepage-Tools 2002
Andreas Mauf unterstützt ab sofort den Technik-Bereich. Nach einem Hosterwechsel werden für Mitglieder die ersten Homepage-Tools angeboten. Diese sind besonders beliebt, weil sie kostenlos und werbefrei sind. Es folgen die wöchentliche Kolumne und Gewinnaktionen für Mitglieder in Kooperation u.a. mit Canon und diversen Webhostern. Ende 2002 wird der erste, eigene Webserver in Betrieb genommen.

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Zum 5. Geburtstag wurde MeinWebworker als neuer Name bekannt gegeben. Zu diesem Zeitpunkt nutzen mehr als 4.000 Mitglieder aktiv unsere Dienste. Nach dem erfolgreichen Abschluss einer IT-Ausbildung Mitte 2003 kann das Team die Arbeit am Projekt aus finanziellen Gründen nur noch teilweise fortgesetzen.

Übergangsphase 2004
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Ecato-Gründung 2005
Im Mai gründen Andreas und Christian mit Investoren Ecato, um Websitebetreiber beim Geld verdienen zu unterstützen. Kurz später müssen die Homepage-Tools von MeinWebworker leider aus organisatorischen Gründen eingestellt werden. Seit Ende 2005 können Websitebetreiber bei Ecato kostenlos in wenigen Schritten einen eigenen Marktplatz mit Preisvergleich einrichten und damit verdienen.

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