Ein Hacker-Wettbewerb, der am Sonntag um 14 Uhr unserer Zeit endete, sollte tausende Websites vor allem in den USA lahmlegen. Soweit uns bekannt, war davon bisher jedoch noch nichts zu spüren.
Der Veranstalter der sogenannten “Defacers Challange” rief dazu auf, innerhalb von sechs Stunden bis zu 6.000 Websites zu hacken. Wer dieses Ziel als erstes erreiche oder wer in der vorgegebenen Zeit die meisten Internetseiten lahmlegen würde, gewinne den Wettbewerb. Der Gewinner erhalte dann eine selbstgewählte Domain mit 500 MB Webspace. Ein sicher etwas bescheidenes Preisgeld.
Auch wegen des minderwertigen Hauptpreises wurde die Bedrohung, die durch den Hacker-Wettbewerb hätte ausgehen können, von Behörden als gering eingestuft. Vielmehr macht es den Anschein, dass dies einer der szene-üblichen Scherze war. Auf Grund des großen Medieninteresses nutze die Branche für IT-Sicherheit die Unsicherheit totzdem, um verstärkt auf ihre Produkte aufmerksam zu machen.
Solche Wettbewerbe sind jedoch wiederum laut Experten mittlerweile durchaus alltäglich. Immer wieder flammen trotzdem dramatisierende Meldungen in der Presse auf. Bisher verliefen die meisten, der vorausgesagten, angeblich großangelegten Hackangriffe jedoch ohne großem Schaden. Ein Paradebeispiel für das gegenseitige Hochschaukeln der Wirtschaft und den Medien war das Jahr-2000-Problem, auch wenn es sich hier weniger um eine Bedrohung durch Hacker, als um ein Versäumnis von Programmierern handelte. Letztendlich kam bisher immer noch zum “Happy-End” mit Hollywood-reifem Vorspiel.
Die Homepage der “Defacers Challenge”, die unter www.defacers-challenge.com zu erreichen war, wurde mittlerweile offenbar gesperrt und ist daher auf brasilianisches Freehosting umgestiegen. Ein Gewinner des Hacker-Contest wurde bisher noch nicht bekannt gegeben. Da bisher auch noch keine Schäden erkennbar sind, wird es den wohl auch nie geben. Bis zur nächsten “Bedrohung”.
Links zum Thema:
Defacers Challenge
(CBS | 06.07.03)



Welches Maß an Seriösität Seiten auf brasilianischen Freeservern haben, zeigen mir die Zig Spammails täglich, die angeblich auf sonstige .de.vu-Adressen linken, aber – wie die Outlook Statuszeile zeigt – tatsächlich auf einen Server aus brasilien Linkt, der mind. NAMENSähnlichkeit mit einem großen internationalen Freehoster hat.
Dieser Artikel ist euch gut gelungen, ich freue mich besonders über das Attribut “szene-üblich”, wenn es um diese gewisse Szene geht, von der meiner Meinung nach mind. 50% sowieso vom Hacken nix kapieren (wobei ich damit nicht sagen will, dass ich was davon verstehe), sondern ihre mutmaßlichen Erfolge darin bestehen, sehr sehr einfache Passwörter (z. B. “pass” beim usernamen “user”) rauszufinden. Bravissimo, ihr Alternativlinge, weiter so!
Zu den “szene-üblichen Scherzen” welche die IT-Sicherheitsbranche “trotzdem” nutzt um auf ihre Produkte aufmerksam zu machen.
Da fällt mit eigentlich nur ein: was mache ich als Hersteller eines Sicherheitsproduktes wenn der Absatz hinter dem Wunsch herhinkt?
Naja ich mache nur einen Scherz
;D
Keine Branche kann Ihren Absatz so schön ankurbeln wie die Hersteller von “Sicherheitssoftware”, manchmal allerdings, manchmal müssen sie gar nichts selber dazu tun ;-)
Dann gehört der “Scherz” / “Marketinggag” aber nicht in die Szene. Oder willst du IT-Firmen auch zu alternativistisch veranlagten Hackergruppen im kollektiven Sinne hinzuzählen? Dann veröffentlich das mal …
Man braucht immer ein paar Hacker, um die Sicherheitsprodukte zu testen, entwerfen usw. oft werden dafür ja auch bekannte Hackergruppen angagiert. Warum soll es nicht sein können, dass diese “ein bisschen Werbung machen”/”den Markt ankurbeln”?
Hmmm…
aufgrund erhöhter Aktivitäten im Netz, kam es durchaus zu einigen schlechten Verbindungen. Nichts wirklich Gravierendes, aber immerhin hatten einige Internet-Cafes Verbindungsprobleme. Die Verbindungen von T-offline schienen besonders betroffen zu sein.
Vielleicht war das aber nur ein Problem von T-offline…
;D
@Thomas Kösters
Irgendwelche Belege / Quellen dafür?
Also die Verbindungsproblem (wohin?) mit dem deutschen Internet-Zugangsprovider T-Online mit angeblichen Hackangriffen in den USA finde ich prinzipiell etwas gewagt.
cu Chris vdO
@ Jonas Hahn,
Mit die besten Sicherheitsexperten kommen aus der Hackerszene, ein guter Hackerbekämpfer ist nur dann gut wenn er (auch praktisch) weiß wie es geht, wenn er weiß wie ein Hacker denkt und vorgeht.
Angeblich (allerdings habe ich grad keine Quelle da, aber es gab äußerst plausible Erklärungen für so manches) hat für ein dicken Batzen Bares so mancher Hacker (oder sonstiger Malwareprogrammierer) schnell die Seite gewechselt.
Warum sollten die Zugangsicherheitssoftwarehersteller besser sein wie Antivirensoftwarehersteller?
Definitiv ohne was belegen zu können, aber manche Erscheinung von Viren kommt mir schon seltsam vor, geschweige der PR-Rummel dann um den selben.
Wenn es Computer-Viren gibt, die laut Antivirensoftwarehersteller bisher nur in Labors (der Antivirensoftwarehersteller) aufgetaucht sind frage ich mich:
Nur(!) im Labor? Wie kam er da rein? Woher kam er? Wenn er NUR dort ist? *staun*
Und das Staunen hat keine Ende, wenn dieser Virus dann plötzlich “in the wild” ist. Wie kam er plötzlich raus?
Warum gibt es plötzlich (angeblich) gute Anti-Viren-Software aus dem Ex-Ostblock (kurz nach dem teuflisch gute Viren aus dem Ex-Ostblock aufgetaucht waren)?
Warum gab(?) es gute Antivirensoftware aus Israel? (Nachdem kurz(!) vorher der Jerusalem-Virus genau dort aufgetaucht ist?)
Ich arbeite seit fast 20(?) Jahren (da müsste mal nachrechnen *bg*) in der IT-Branche und meine ein kleinen, klitzekleinen (meine ich wirklich so) Einblick zu haben. Ich glaube zwar nicht dass es in anderen Branchen unbedingt viel freundlicher zugeht, aber in der Wirtschaft wird nicht nur mit Ellbogen und doppelten Böden gekämpft.