Das niederländische Telekommunikationsunternehmen KPN habe den deutschen Glasfasering (Ring 3) vom insolventen IP-Carrier KPNQwest gekauft, so heise.de.
Bereits am Ende des letzten Monats berichteten wir über eine inofizielle Übernahme durch KPN. Diese sei nun bestätig worden.
Zusätzlich werde KPN rund die Häfte der Mitarbeiter der deutschen Niederlassung von KPNQwest weiter anstellen.
Nach einigen Schwierigkeiten hatte KPNQwest Deutschland bereits das sogenannte “Strato-Rechenzentrum” an die Teles AG verkauft. Der Berliner Webhoster Strato, Tochtergesellschaft von Teles, hostet in diesem Cyber-Center in Karlsruhe seine gesamten Kundenpräsenzen mit etwa 1,5 Millionen “.de”-Domains.
Auch an Teilen des KPNQwest-Netzwerkes in Belgien und Großbritannien sei KPN interessiert. Ringe in den Niederlanden habe man sich ebenfalls bereits gesichert. Andere Teile des Glasfaser-Netzes des insolventen Carriers gingen in der Schweiz an Via Net.works und in Österreich an EUnet.
Ab Ende September wolle KPN mit einer neue deutschen Firma wieder als IP-Carrier und Breitband-Internetanbieter auftreten. Bisherigen Kunden von KPNQwest werde man dann eine Weiterführung der Dienste anbieten.
KPNQwest war Betreiber eines der bestausgebautesten Backbone-Netze in Europa. Durch die hohen Betriebs- und Investitionskosten des Internet-Carriers verschuldete sich dieser stark und wurde zuletzt zahlungsunfähig und meldete Insolvenz an.
KPN ist zusammen mit dem ebenfalls finanziell angeschlagenen und in einen Buchungsskandal verwickelten US-Konzern Qwest Hauptaktionär von KPNQwest.
Links zum Thema:
KPN-Telecom (englisch)
InternetCarrier KPNQwest (englisch)
Teles AG
Strato Medien AG
Nachrichtenmagazin heise.de
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(AM | 24.08.02)


