Es darf zurück gespitzelt werden: Dass die amerikanische Regierung seit dem 11. September bei der Überwachung ihrer Bürger nicht gerade zimperlicher geworden ist, ist hinlänglich bekannt. Jetzt schlagen Studenten aus Massachusetts mit gleichen Mitteln zurück.
Unter dem wohlklingenden Titel „Open Government Information Awareness“, kurz GIA, wächst im besten Behörden-Akten-Stil eine umfassende Personendatenbank über politische Entscheidungsträger, aber auch den Richter von nebenan oder den eigenen Arbeitgeber.
Die „Inspiration“ fanden die Studierenden der “Computing Culture group” vom Massachusetts Institut of Technologie im TIA, dem geplanten „Terrorism Information Awareness“ Überwachungssystem der US-Regierung, dessen erstes Wort auf der Website auch gerne einmal viel sagend durch „Total“ ersetzt wird. Ganz offiziell soll der Werdegang und die Gewohnheiten eines jeden US-Bürgers bis ins kleinste Detail erfasst werden. Das GIA dreht den Spieß nun im Vorfeld schon einmal um.
Die Daten dazu werden aus den unterschiedlichsten Quellen zusammengetragen. Für ständig aktualisiertes Bildmaterial ist ebenfalls gesorgt. Zwei US-Fernsehsender, die sich auf die Übertragung von politischen Reden spezialisiert haben, werden rund um die Uhr überwacht. Findet der Computer auf dem Bildschirm einen ihm bekannten Namen wird ein Screenshot gemacht, der anschließend direkt ins WWW wandert. Vom „Secretary of Defense“ D. Rumsfeld haben sich so beispielsweise seit Ende März bereits über 60 „Spitzelbilder“ angesammelt. Fein säuberlich in Unterkategorien sortiert wird man zu nahezu allem fündig.
Wie in der eigenen Geheimdienst-Zentrale darf sich der interessierte Bürger fühlen, wenn er „CodeOrange“ herunterlädt. Kein Virus, sondern das Monitor-Tool, um sofort informiert zu werden, wenn sich auch nur irgendetwas ereignet. Natürlich in Echtzeit und unzensiert.
Die Intention: Dem Bürger die gleichen Mittel in die Hand zu geben, wie seiner Regierung. Das “Open GIA” soll die Diskrepanz zwischen der Möglichkeit der Regierung ihre Bürger zu Überwachen und die Möglichkeit eines jeden Einzelnen seine Regierung zu überwachen deutlich machen.
Wenn das der gute alte Washington geahnt hätte. Der ist übrigens auch drin, in der Datenbank. Alter: 271.
Links zum Thema:
Open Government Information Awareness
The Computing Culture Group (MIT)
Massachusetts Institute of Technology
(Gast | 09.09.03)



Da zeigt sich doch wieder einmal zu was man dank des technologischen Fortschritts heute fähig ist.
Die USA wird zu einem Überwachungsstaat und viele Nationen werden das sogar noch kopieren und wahrscheinlich die Technik verfeinern.:-(
Wenn man sich mit Geschichte befasst hat und weiß welche Ursprünge die USA tatsächlich haben, dann denke ich mir das sich die Gründungsväter im Grabe herumdrehen würden.