Wer heute die “beliebteste Suchmaschine der Welt” nach Ergebnisse für “kostenlos” bittet, stößt auf vulgäre Pornowerbung. Der Betreiber einer deutschen Sexseite buchte eine entsprechende Anzeige mit Hilfe von Google AdWords.
Die Anzeige erscheint bei verschiedenen Suchanfragen, die in Kombination mit “kostenlos” stehen, wie zum Beispiel “homepage kostenlos”. Der Hinweis auf “kostenlose Analerotik” mit entsprechend vulgärem Beschreibungstext schmückt bei diesen Suchanfragen die Spalte der “Sponsoren-Links”, entsprechende Screenshots liegen der Redaktion vor.
Obwohl die “redaktionellen Richtlinien” für die Anzeigenschaltung über AdWords sehr streng sind und jede Anzeige einzeln überprüft werde, scheint der “schmutzige” Inhalt dieser Kampagne durchgekommen zu sein. So schreibt Google zum Beispiel vor, dass jede Anzeige den geltenden Rechtschreibregeln entsprechen und in standardmäßiger Satzform verfasst werden muss.
Auch allgemeine Handlungsanweisungen wie beispielsweise “Klicken Sie hier”, “Besuchen Sie diesen Link”, “diese Site ist” oder andere ähnliche Formulierungen sind laut Regelwerk in Überschrift und Text untersagt. Die vulgäre, im Beschreibungstext enthaltene Aufforderung zum Analsex scheint hier jedoch nicht gestört zu haben.
Der Umgang mit nicht jugendfreien Anzeigen oder solchen mit sexuellen Inhalten ist bei Google geregelt. Alle Anzeigen würden in die Kategorien “Jugendfrei”, “Nicht jugendfrei” oder “Sexuelle Inhalte” eingeordnet. Selbst wenn Anzeigen durch Google’s AdWords-Spezialisten als speziell auf Erwachsene abzielend eingestuft würden, das beinhalte laut Richtlinien z.B. Glücksspiele oder sexuelle Inhalte, würden diese von Google zugelassen, solange sie den anderen Anforderungen gerecht werden.
Google weist lediglich darauf hin, dass diese Anzeigen möglicherweise nicht von den Websites der Syndication-Partner akzeptiert werden und es daher passieren könne, dass solche Anzeigen nur auf den Ergebnisseiten von Google.com angezeigt werden.
Die Google AdWords ermögllichen es, Textanzeigen passend zu bestimmten Keywords zu buchen. Diese werden dann auf der Ergebnisseite bei entsprechenden Suchanfragen geschaltet und auf Klickbasis abgerechnet. Der Klickpreis orientiert sich an der “Nachfrage” für die gewünschten Keywords und der Position der Anzeige. Die Abrechnung erfolgt ausschlißlich per Kreditkarte.
Update (11.01.03)
Google hat die “unangemessene Anzeige” noch gestern gegen 17 Uhr aus dem System entfernt. Die AdWords-Anzeigen würden unverzüglich auf Google erscheinen. Die Redaktionsmitarbeiter würden alle Anzeigen überprüfen, um sicherzustellen, dass sie für Google angemessen sind. Da die Anzeigen jedoch unverzüglich erscheinten, gebe es oftmals eine kurze Zeitspanne, in der sie ungeprüft bei Google zu sehen seien. Google sei jedoch bemüht, diese Zeitspanne so klein wie möglich zu halten. In diesem Fall betrugt dieser Zeitraum immerhin einige Stunden.
Derzeit erscheint bei dem Suchbegriff “kostenlos” auf Google.de gar keine Sponsoren-Anzeige mehr. Ob dies mit dem aktuellen Fall in Zusammenhang steht, ist nicht bekannt.
Links zum Thema:
Google Deutschland
Google AdWords
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Alles zu Google
(CBS | 10.01.03)



Die AdWord-Technologie von Google ist ja irgendwie gut gemeint. Hohe Serverkosten sollen ausgeglichen werden. Blinkende Banner, die unter Umständen zu sittenwidrigen Sites führen, sollen vermieden werden, da verkauft man eben solche Werbeplätze auf andere Art, wobei die Effizienz noch in Frage steht, da andere kostenlos auf Platz 1 der Rankings kommen und somit kostenlos bessere Plätze bekommen als AdWord-Bucher!
Dass hinter dem Suchwort “kostenlos” auch so etwas stecken kann, verwundert nicht, da ja jedem selbst überlassen bleibt, welche AdWords er bucht, aber eine Suche nach AdWord bietet auch nicht gerade das vermeindliche Ziel (Google)
Jeder, der auf solche AdWord – Werbung, die vom Text her schon zwielichtig erscheint, klickt, ist selber Schuld. Bei Google-Suchergebnissen werden wenigstens noch “nicht-vorgegebene” Texte angezeigt, sondern die Inhalte der Site (in Ausschnitten), womit eine noch bessere Kontrolle über die Contents gegeben ist, als bei kostenpflichtigen AdWords.
Fazit: Wer AdWords bucht, ist selber Schuld! ;D
Jonas
Nachtrag:
Anscheinend hat Google euren Artikel gelesen und die Adword-Werbung zu diesem Thema ausgeschaltet, also zumindest erscheint bei mir kein einziges AdWord-Werbekästchen.
Jonas
Wie ich schon im “Update” (von heute) berichte, hat man die Anzeige aus dem System entfernt. Ich hatte das Team von Google AdWords per Email verständigt. Google hat sich entschuldigt und erklärt, wie es dazu kommen konnte. Allerdings bin ich bei diesem Hintergrund der Meinung, dass man das System nochmals überdenken müsste. Mehr dazu in meiner heutigen Kolumne… ;D
Ich bin weitehrin überzeugt von der Technologie wie vom Preis- / Leistungsverhältnis. Das wie bei jeder Technologie Mißbrauch nicht unversucht bleibt, ist für mich so vorhersehbar wie unvermeidbar.
Immerhin: Die Reaktion und die Bearbeitungszeit liegt im absoluten Top-Oberfeld. Ich habe selten schnellere Reaktionen bei so etablierten Playern erlebt.
Was mich noch wundert ist, dass Google die Suchmaschinenergebnisse der lokalen Rechtsgebung anpasst (also zensiert), jedoch eine Schaltung jeglicher Anzeigen LIVE möglich ist.
Letzte Änderung von Christian Boris Schmidt am 13.01.03, 11:23.
Damit hast Du allerdings recht. Bisher wird zu “Gunsten” des Werbe-Kunden eine lückenhafte Überwachung eingeführt. Mal sehen, wie lange das (noch) so sein wird.