Die bisherigen Reformbestrebungen der ICANN – oft auch als Internet-Regierung bezeichnet – seien aus Sicht des US-Senators Conrad Burns nur “halbherzig” gewesen. Laut Burns sei auch die Sicherheit der USA betroffen, berichtet der Branchendienst intern.de.
Der Quasi-Regierungseinrichtung ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) fehle es an Verantwortlichkeit. Die DoS-Attacke auf das Root-System der in Karlifornien ansässigen ICANN im letzten Jahr habe, laut Burns, die Gefährlichkeit der Situation für die Sicherheit der USA gezeigt.
Auch die verfassungsrechtlichen Probleme müssten aus Sicht des Senators endlich geklärt werden. Dies betreffe die ICANN soweit, dass nicht sicher sei, ob das US-Handelsministerium überhaupt befugt sei die Verantwortungen soweit an die ICANN zu deligieren. Burns fordere eine klare rechtliche Grundlage für die ICANN, heißt es weiter.
Der US-Senator Conrad Burns gelte als starker ICANN-Kritiker. Burns wiederhole einige Punkte, die er und andere Politiker schon seit geraumer Zeit an der ICANN bemängelten. Er gehöre zwar auch zu den Befürwortern einer Anwenderbeteiligung (ICANN-At-Large) an der Internet-Verwaltung, jedoch wolle er die Aufgaben der ICANN auch stark eingrenzen. Man könne vermuten, dass er darauf dränge, dass viele Aufgabengebiete und Verantwortungsbereiche der ICANN wieder vom Handelsministerium wahrgenommen werden sollen.
Seit langem wird eine nahezu sinnlose Diskussion über die Verantwortungsbereiche, Zuständigkeiten sowie die Nutzervertretung der ICANN geführt. Im Grunde hat das US-Handelsministerium die Tätigkeit der ICANN jedoch durch die vorrübergehene Verlängerung des Vertrages im letzten Jahr bestätigt. Gleichzeitig setzt auch Europa durch eigene Maßnahmen zur Stabilisierung des Netzes ein Signal für die Notwendigkeit einer grundlegenden Reform auch in internationaler Hinsicht.
Links zum Thema:
ICANN
intern.de
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Alles zur ICANN
(CBS | 17.01.03)



Dazu kann ich nur sagen: wurde auch mal Zeit.
Wenn ich mich an die nun schon etlichen Artikel auf all 4 homepages.de erinnere, die über Fehltritte der ICANN oder Machtmissbrauch innerhalb der ICANN berichteten, dann ist die obige Äußerung wirklich mehr als gerechtfertigt.
Jonas
der senator und vor allem auch die usa-regierung sollen sich mal nicht so haben
das internet ist nicht das eigentum der amis und deshalb haben diese keinesfalls das recht darüber zu bestimmen
jedenfalls nicht ausserhalb der usa-landesgrenzen und territorien
die icann sollte deshalb schleunigst ihren sitz – sowohl dejure als auch defacto z.b. auf die turks and caicos inseln oder die caiman inseln oder noch besser: alderney, sark oder herm verlegen um dem dauernden pseudo-weltmacht-anspruch (machtmissbrauch) paroli zu bieten
michael
Ja, leider gehört das Internet gerade nicht der Allgemeinheit! Ohne die ICANN, die dem US-Handelsministerium unterstellt ist, läuft hier gar nichts mehr. Die kontrollieren die zentralen Root-Server, die für die Top-Level-Domains usw. zuständig sind. :-|
Mehr dazu in einer älteren Kolumne von mir: Wem gehört das Internet?
http://all4homepages.de/?rubrik=magazin&thema=icann
Letzte Änderung von Christian Boris Schmidt am 21.01.03, 14:10.
hallo
ich habe ihren kommentar, die kolumne und die links aufmerksam gelesen und bin sehr beeindruckt
es wurde höchste zeit dass in europa solch eine ausweichmöglichkeit installiert wurde
andere länder/kontinente sollten sich ein beispiel daran nehmen
ich denke man sollte die ganze angelegenheit einer organisation wie z.b. der un unterstellen
michael
Ich weiß nicht, ob die UN der geeignete Verantwortliche ist, aber wie auch immer werden die USA ihre Macht über das Internet nicht aus der Hand geben. Europa kann sich nur mit Hilfe von Alternativen wie das ORSN emanzipieren. :-|