So wäre es zumindest, wenn es nach dem US-amerikanischen Lebensmittelhersteller Hormel ginge, der unter dem Namen “Spam” seit Jahrzehnten Dosenfleisch verkauft. Nun will der Konzern seinen “guten” Namen retten und legt Beschwerde wegen Markenrechtsverletzung gegen einen Hersteller von Antispam-Software ein.
Für Internet-Nutzer hat die tägliche Werbeflut, die in deren Email-Postfächer flattert einen einfachen Namen: Spam. Die unerwünschten Werbebotschaften verursachen jährlich einen wirtschaftlichen Schaden in Millionenhöhe, der eine eigene Branche ins Leben gerufen hat. Der Markt zur Spam-Bekämpfung boomt. Auch die Spam Arrest Company entwickelt Spamfilter-Software und wollte sich kürzlich ihren Firmennamen als Marke sichern. Hormel sehe dies jedoch als Bedrohung für seinen Markennamen, da “Spam Arrest”-Software zur Abwehr von Spam-Mails dient und der Begriff “Spam” hier negative Verwendung finde. Daher legte der US-Konzern beschwerde gegen die Eintragung der Antispam-Marke ein.
Ganz unbeteiligt ist die Hormel Foods Corporation an der Namensgebung der unbeliebten Werbemails nicht. Vielmehr wird ihr nachgesagt sozusagen Namensgeber zu sein, da sie bereits in frühen Jahren massenhaft Email-Werbung für ihr Dosenfleisch versendet habe. Seitdem musste der Texanische Lebensmittelhersteller zusehen wie der Begriff immer mehr in Bezug auf unerwünschte Emails verwendet wurde. Hormel kommt nun, wohl zu spät, zu der Ansicht, dass durch die negative Benutzung des Begriffes der Markenname “Spam” für Fleisch verwässert werden würde.
Ob der Rechtsweg zu diesem Zeitpunkt noch geeignet ist, um die Marke “Spam” zu retten, ist fraglich. Experten räumen der Beschwerde Hormels keine großen Chancen ein, da der Begriff heute verschiedene Bedeutungen im allgemeinen Sprachgebrauch hat und in einem weiten Rahmen verwendet wird. Das sogenannte “Spiced Porc and Ham”, kurz Spam, ein in Dosen gepresstes Konservenfleisch, ist Europäern eher unbekannt. Hierzulande steht Spam einzig und allein für lästige Email-Werbung für Sexsites, Viagra oder ähnlich gewinnbringende Verkaufsschlager.
Links zum Thema:
Die offizielle Spam-Homepage von Hormel
Spam Arrest Software
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(CBS | 10.07.03)



eigentlich ist ja durchaus nachvollziehbar, dass der Inhaber der Rechte an dem Kunstwort SPAM sich gegen eine “negative Verwendung” seines Wortes wehrt.
Allerdings ob das wirklich der einzige und ware Hintergrund dieser Klage ist (denn es ist zu spät).
Ein PR-Aktion dieses Ausmaßes hätte die Firma Hormel Foods Corporation doch niemals so billig haben können.
Ja, könnte ein interessanter Ansatz sein. Zumindest kennen jetzt auch wir aus dem (alten) Europa die Erfindung des revolutionären Dosenfleischs. ;D