Laut einer Untersuchung von Symantec würden beinahe 80 Prozent der Kinder, die über eine Email-Adresse verfügen, täglich Spam erhalten. Ganze 47 Prozent bekommen laut Studie auch Emails mit nicht jugendfreiem Inhalt.
Auf Grund ihrer Unerfahrenheit geraten Kinder öfter in die “Falle” der Spammer. So gaben über 20 Prozent der befragten Kinder an, unerwartete Emails zu öffnen und zu lesen wenn die Betreffzeilen auf ihr Interesse stößt. Was dann geschieht bleibt von den Eltern offenbar meist unbemerkt. 21 Prozent der Kinder würden sich nicht um die Meinung der Eltern kümmern. Fast jedes Dritte Kind habe angegeben es sei nicht wichtig, dass ein Elternteil beim Prüfen der Emailbox dabei sei, und 16 Prozent wollten beim Abrufen ausdrücklich “ungestört”, also ohne elterliche Aufsicht sein.
Auch bei der Weitergabe ihrer Email-Adresse gehen minderjährige nach den Ergebnissen der Untersuchung unbekümmert vor. So gebe rund jedes zweite Kind seine Email-Adresse weiter, ohne die Erlaubnis der Eltern einzuholen. Auch um das Wissen des Nachwuches zum Thema Spam stehe es schlecht. Jedes dritte Kind habe erklärt, nicht zu wissen, ob Spam gut oder schlecht sei. Dennoch werden auch die Kleinen mit den Werbemails “bombadiert”. Auf der “Hitparade” der von Kindern und Jugendlichen empfangenen Spam-Mails ganz oben stehen laut Untersuchung Nachrichten von Glückspielveranstaltern. Mehr als die Hälfte erhalte auch Werbung für Kontaktbörsen, billige Kredite oder Immobilien. Beinahe ebenso oft gaben die minderjährigen Surfer an, Nachrichten für Produkte zur Gewichtsabnahme oder Steigerung der Potenz zu erhalten.
Für die Studie seien insgesamt 1.000 Jugendliche und Kinder zwischen sieben und 18 Jahren befragt worden. Das Internet-Sicherheitsunternehmen Symantec habe das Marktforschungsunternehmen “Applied Research” mit dieser Untersuchung beauftragt.
Links zum Thema:
Symantec Deutschland
(CBS | 11.06.03)



Hallo, also mit Unerfahrenheit hat das weniger zu tun. Sicherlich ist es komisch, dass sie gerade solche Mails öffnen, aberdas ist eben der Drang, mit allem und jedem in Kontakt zu kommen. Aber ich denke, es ist vielmehr ein, dass immer mehr “Kinder” eigene Websites brauchen und dabei die “Regeln des Verdeckens” der eMail nicht beachten, weil sie ja unbedingt Leute kennenlernen wollen. Es ist also nicht das Problem, dass sie weitere Spammails öffnen, sondern dass sie überhaupt eine erste bekommen (wollen).
Man kann aber nicht von jedem Webmaster erwarten, dass er sich extra die Mühe macht von vorne herein seine eMail-Adressen über scan-unfähige Images zu verbreiten … damit würde ja auch das Ziel nicht erreicht, Leute anzulocken, in Kontakt zu treten!
Jonas
Letzte Änderung von Jonas Hahn am 12.06.03, 10:03.
Hmmm, ich denke Dein Argument widerspricht keinesfalls dem Artikel. Auch die von Dir genannte Kontaktfreudigkeit gehört zur fehlenden oder magelhaften Online-Erfahrung, die zum allgemeinen Naturell eines Kindes noch dazu kommt. ;D
Nahezu jeder der eine Internetadresse besitzt, wir zwansgsläufig irgendwann Spamopfer. Das dies auch Kinder trifft ist klar.
In letzter Zeit – vor allem in den USA – ist einiges in Bewegung im bezug auf Antispam – Gesetzte. Leider aus meiner Sicht bisher ohne nennenswerten Erfolg.
Ob die Justiz das in naher Zukunft in den Griff bekommt, wage ich zu bezweifeln. Solange bleibt wohl nur der Appell an die Systemadministratoren ihre Server gegen Spammissbrauch zu schützen.
Um Kinder vor pornographischen Material zu schützen, gibt es bereits einige Software. Allerdings sind die Eltern meistens was diese “modernen” Dinge angeht, sowieso unwissend.
BTW: Ich kann die Kinder/Jugendlichen verstehen, dass sie nicht wollen, dass bei Emailabrufen ein Elternteil über die Schulter guckt. Ich bezweifel sogar, dass es rechtlich vertretbar ist. Schließlich haben Kinder auch ein Recht auf Privatsphäre.
So habe ich das noch gar nicht gesehen, aber ich denke es ist legitim und angemessen, wenn die Eltern die Kinder während des Surfens beaufsichtigen. :-)
Einige Urteile haben gezeigt, dass die Email zunehmend von den Gerichten wie der ganz normale Briefverkehr (ja, vom Postboten gebracht ;) ) anerkannt wird.
Somit müsste die Emails auch dem Briefgeheimnis unterliegen (Art. 10, GG).
Zurück zum Thema. Ich kann wirklich nur jedem Empfehlen einen Spamfilter einzusetzten. Viele Emaildienste bieten das inzwischen ja auch schon an, so dass der größte Spamteil vorab schon einmal durchgefiltert wird.
Mit euren guten Artikel tragt ihr bestimmt dazu bei. Immer weiter so.
Du sprichst hier ein grundlegendes Problem an: da emails praktisch offene Dokumente sind, können (technisch) mehr Leute Zugriff darauf haben. Daher ist eine Gleichsetzung von eMails und Briefen für Werbung grundsätzlich nicht korrekt. Aber noch viel verkehrter ist es, Werbebriefe straffrei tausendfach zu verschicken, ohne dass irgendwas gemeckert wird und bei einer Registrierungsbestätigung großer Seiten können Abmahnungen mit Streitwert $50,000+x auf einen zukommen.
Gruß
Jonas
Wohl war, aber inzwischen gibt es nicht nur wenige die sich über Spam meckern! Nicht umsonst wird das Thema heiß diskutiert. Minimale Erfolge sieht man ja auch schon in der Gesetzsprechung.
Michael
Ja, aber im Prinzip gibt es zwei verschiedene Arten von Verständnis von Spam. Und am allereinfachsten wäre es, grundlegend mal festzusetzen, was überhaupt als Spammail durchgeht. Pornowerbung etc. gehört eindeutig dazu, Registrierungsbestätigungen nur dann, wenn sie rechts- oder sittenwidrigen Inhalt haben. Aber diese Separation gibt es nicht und das ist schlecht.
Die Separation muss immer von Fall zu Fall entschieden werden und dann kommt’s auf den Richter an :-/
Jonas
Ich habe bisher Spam immer so gesehen:
Unerwünschte Werbung = Spam
Warum sollte Pornowerbung von der entsprechenden Zielgruppe vielleicht nicht erwünscht sein?
Das mit der Registrierungsbestätigung würde mich aber auch genauer interessieren. Gibt es einen Link?
Ich kenne keinen Link, weiß aber von Fällen, bei denen sich Leute über ihren Anwalt “beschweren” haben lassen (per Abmahnung + einstweilige Verfügung) über eine Newsletter-Anmeldebestätigung. Vielleicht kann uns CBC a bissl auf die Sprünge helfen.
Gruß
Jonas
Oha, das war mir wirklich neu.
http://www.abmahnwelle.de/index.php?loginstring=Guest&mode=cm_home&cm_path=/spam/skandal
Die Frage, wie man sich aber nun verhalten soll, bleibt weiter offen.
Ja, genau, da haben wir’s ja. Naja, wie gesagt, es kommt auf den Richter an. Ist eigentlich schon ganz schön mies, dass man jetzt schon beim Start eines Internetprojekts an den Anwalt überhaupt DENKEN muss… Früher war alles besser.
Gruß
Jonas
lol, ja. Früher ;-)
Ja, ohne guten Rechtsschutz geht nichts mehr. Mich wundert es immer wieder, wie manche auf gut Glück veruschen etwas aufzuziehen, ohne sich vorher richtig Informiert zu haben. Da läßt die erste Abmahnung dann oft nicht lange auf sich warten. Leider.
Auch wenn wir abschweifen, aber eine Abmahnung kann jeden treffen, egal wie gut er sich informiert oder beraten lassen hat. Das ist das Problem am System. Eine Abmahnung setzt keinen Verstoß vorraus, aber der Abgemahnte muss reagieren (also zum Anwalt, was Geld kostet). So kann man Websites schnell kaputt machen! >:-|
Da muss ich Michael Meckelein zustimmen.
Die Gleichsetzung Porno = Spam (auch ohne Umkehrschluss) ist doch etwas sehr fragwürdig. Ein Mail wird nicht durch den Inhalt, sondern durch die Verbreitungsart (unerwünschte Massenpost) zum Spam.
Diese Studie von Symantec:
*hüstel* Eine Studie eines Herstellers von “Internetsicherheitssoftware” mit “Kinderschutz”, na ob die wirklich irgendwelche Relavanz hat?
Natürlich MUSS diese Studie als Ergebnis genau ein Ergebnis dieser Art haben, schließlich will Symantec was verkaufen, sorry ist genauso (noch weniger?) aussagekräftig wie ein Klospruch!
Die Tendenz ist aber sicher richtig.
Jugendliche und andere Neugierige *bg* WOLLEN durchaus “gewisse” Informationen haben, nur sind sie sich oft der Folgen nicht bewusst bzw. es ist ihnen egal (Papa wird’s schon richten).
Zugeben tuts natürlich (fast) keiner, ob Kid oder CSU-MdL (Porno-Johnny), aber der Verdienst der 0190-Nummern (hier nicht die Dialer sondern *Ruf-Mich-An*) sprechen Bände.
Und die hinterlassenen E-Mail-Adressen werden natürlich weiterverkauft/ausgetauscht. IMHO ist da durchaus ein beachtlicher Markt vorhanden :-(
Hinterlasse ich mein E-Mail-Adresse irgendwo(!), kann es Spam geben.
“Ideal” sind übrigens auch Newsgroups im Usenet.
Es geht aber auch besser:
Ich bekomme z.B. Spam auf Mail-Adressen
- die NIEMANDEN bekannt sind, da absolut 100% unbenutzt/absolut niemals(!) benutzt (Robots wissen wieviele Stellen Standard(!)-Emailadressen großer (Zugangs-)Provider haben und die sind i.d.R. auch nur numerisch vor dem “@”, wird jetzt aber AFAIK durch die Provider selber recht gut bekämpft.
- die NUR in diversen Admin-C-Datenbanken auftauchen.
(nach diversem Ärger bekommt jede Domain eine eigene Admin-C E-Mail-Adresse, die aber nicht nicht benutzt wird)
Bei großen Emailprovidern geht es sogar noch weiter. Hier werden einfach alle mögliche Vor- bzw. Nachnamen gewählt, dann @-Zeichen + emailprovider.de
So hatte ich in einem unbenutzten Lycos Account nach 3 Monaten über 100 Spammails.