Spätestens seitdem es bekannt wurde, dass ein großer deutscher Massenhoster Kunden aufgrund zu hoher Trafficvolumen kündigte, ist der Trafficverbrauch ein großes Thema. Wir zeigen wofür Sie eigentlich bezahlen und wie es zu ungeahnten Rechnungen kommen kann.
Was zählt eigentlich zum Traffic?
Je nach Webhoster werden Kosten für unterschiedliche Trafficformen berechnet. Daher sollten Sie schon bei der Wahl eines Hosters auf die Abrechnung achten. Generell zählt als Traffic (hier zu dt. Datenverkehr) der Up- und Download von Daten auf bzw. vom Server. Dazu zählen alle Aufrufe von Internetseiten, inklusive Bilder und Scripte, sowie das Hochladen dieser z.B. per FTP (File Transfer Protocol, zu dt. Datenübertragungsprotokoll).
Allerdings werden oft auch ein- und ausgehende Emails vom Hoster als Traffic berechnet. Dabei entsteht beim Entgegennehmen der Mail durch den Mailserver, sowie beim Abholen der Nachricht durch den Kunden Datenverkehr, der berechnet werden könnte.
Die Kostenfalle
Normalerweise enthalten Webhosting-Pakte ein begrenztes Volumen an Traffic (im GB-Bereich), das in der Grundgebühr inbegriffen ist und nicht zusätzlich berechnet wird.
Übersteigt Ihr Bedarf an Datenvolumen diese Grenze, müssen Sie pro festgelegter Einheit (meist in MB) zusätzliche Kosten tragen.
Dies tritt bei den meisten privaten Projekten nicht auf. Jedoch liegt dieser Kostenfaktor nur begrenzt in Ihrem Einflussbereich. Je nach Angebot und Besucherzahlen wird mehr oder weniger Traffic erzeugt.
Trifft Sie nun ein unerwarteter Besucherboom, z.B. durch einen Bericht in den Medien, müssen Sie die anfallenden Kosten für den Trafficverbrauch bezahlen. So geschah es des öfterern mit Sitebetreibern, die zum Beispiel in der populären TV-Sendung “TV-Total” von Stefan Raab (auf Pro7) wegen Ihrer lustigen oder lächerlichen Website “auf die Schippe genommen” wurden. Ein massenhafter Besucherzulauf und ein entsprechendes Datenaufkommen, welches Kosten verusachte, waren die Folge. Nicht jeder hat dann das Glück, die Rechnung aus PR-Gründen vom Hoster erlassen zu bekommen.
Sie bezahlen für SPAM und Mailbombing!
Auch der alltägliche SPAM, also unerwünschte Werbemails, kostet Sie z.T. Geld. Besonders schlimm ist das sogenannte Email-Bombing, bei dem ein Mailaccount mit tausenden großen Emails (mehrere MB) “vollgebombt” wird. Da Sie ggf. für diese Email doppelt bezahlen müssen, also für das entgegennehmen des Servers und das Abholen der Mails, kann so ein böswilliges “Bombing” für den Empfänger u.U. teuer werden. Auch wenn Sie dieses Datenaufkommen nicht verursacht haben, müssen Sie zunächst dafür die Kosten tragen. Dabei bleiben die Verbindungskosten zum Internet unbeachtet.
Vorbeugung gegen hohen Datenverkehr
Sie können leider nur begrenzt diesen unvorhersehbaren Kosten vorbeugen. Da sich jeder über viele Besucher freuen sollte, kann es also nicht das Ziel sein, dies zu verhindern. Achten Sie also auf “platzsparende” Programmierung Ihrer Scripte und Seiten. Dies ist auch bezüglich der Geschwindigkeit empfehlenswert. Stellen Sie keine oder nur begrenzt Downloads über Ihren kostenpflichtigen Webspace zur Verfügung. Prüfen Sie ggf. Ihren Mailaccount über einen Webmailer und löschen Sie große unerwartete Emails.
Trafficverbrauch überwachen
Bei den meisten Webhostern haben Sie Zugriff auf ein Webinterface (Kundenmenü), in dem Sie einige Konfigurationen vornehmen können. Dort sollte auch eine Übersicht des verbrauchten Traffic (Kostenkontrolle) zur Verfügung stehen. Auch die Auswertung der sogenannten Logfiles, die die Zugriffe auf den Server protokollieren, gibt meistens Aufschluss über den Datenverkehr. Allerdings bleibt dabei der Email- und FTP-Verkehr unberücksichtigt.
Sollten Sie diese Informationen nicht finden, wenden Sie sich an Ihren Hostinganbieter. Dieser muss Ihnen Auskunft über Ihr Trafficvolumen geben, falls dieses begrenzt bzw. kostenpflichtig ist.
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(CBS | 07.06.02)



Hallo!
Ja – manche Anbieter rechnen sogar pro GB an, was ich eigentlich unverschämt finde.
Ich persönlich habe keine Probleme mit sowas, aber ich empfehle allen, nicht auf billig-Pakete reinzufallen, bei denen 500 MB Traffic o.ä. dabei sind :D
Das ist ein echtes Problem, wir haben ja schon an anderer Stelle darüber diskutiert. Manche unterschätzen dieses Problem wirklich, 1 GB wirkt viel, wenn man sieht, dass auf 1 GB Festplatte sogar Linux draufpasst.
Aber wie schnell ist man bei 3 GB Traffic und dann heißt’s kräftig zahlen.
Gibt es einen Grund weshalb die Aufpreise für Traffic bei dedizierten Servern anders sind als bei Virtuellen?
Jonas
Das ist alles Kalkulation. bei dem dez. Server kassiert der Hoster ohnehin monatlich kräftig, daher kann bzw. muss er dem Kunden etwas beim Traffic entgegen gehen. :-)
Letzte Änderung von Christian Boris Schmidt am 26.12.02, 15:31.
Ich wär von allein wahrscheinlich nicht bzw. viel zu spät darauf gekommen, dass der Webhoster auch den Mailverkehr zum Traffic zählen könnte.
Werde in Zukunft darauf auf alle Fälle achten.
Grüße,
Frauke (L)
Ja, das ist mehr oder weniger überall anders. In der Regel zählen aber die Mails dazu. Und man bezahlt ggf. nicht nur für das Senden, sondern auch Empfangen von Emails den Traffic, was schon im Artikel angeklungen ist.
Was aber vor allem noch zu beachten ist, nicht nur der Aufruf einer Website durch Besucher (als Download) verursachst Traffic, sondern auch das Hochladen (per FTP) der Dateien zählt eigentlich immer dazu! ;-)
Und genau das finde ich fies. Gehen wir von einem großen Projekt aus, das Dateien mit mehreren 10 MB hat.
Noch kurz ein Rechenbeispiel:
Es entsteht monatlich bei 100 Abrufen (ist ja wohl wirklich nichts …) ein Traffic von 1010 MB -> 1 GB und somit bei manchen Hostern schon der gesamte Traffic. Bei nur 100 Downloads!
Jonas
Nur rein formal wollte ich nochmal anmerken, dass folgendes gilt:
1GB = 1024 MB ;D
Aber Du hast recht, der anfallende Traffic ist nicht einfach kalkulierbar. Wie soll man sich denn z.B. erklären, dass eine Website, die insgesamt weniger als 15MB umfasst mehrere GB Traffic im Monat zieht? :-(
Traffic ein leidiges Thema… vielleicht interessiert Euch ja auch die Sicht eines Webhosters, der es sich zum Ziel gesetzt hat günstige Pakete vor allem für Einsteiger anzubieten….
Erstmal ein Zitat aus dem ersten Beitrag hier:
“Ja – manche Anbieter rechnen sogar pro GB an, was ich eigentlich unverschämt finde.”
An dieser Stelle möchte ich mal darauf hinweisen, dass auch der Hoster (in diesem Fall wir) in der Regel seinen Traffic pro Gigabyte zahlt…also unverschämt ist an dieser Stelle wohl der falsche Ausdruck.
Ob ein Gigabyte nun viel oder wenig ist, sei mal dahin gestellt. Für nahezu jede private Seite, die bei uns sein Projekt hostet hat es bisher gereicht und es wird dieser Zielgruppe wohl auch in der Zukunft reichen… und selbst wenn nicht, können wir eine Lösung bieten, die keinen in Verlegenheit bringt (ab 2,40 € pro GB)… was jedoch in meinen Augen (auch schon vor meiner Position als Webhoster) eine Frechheit war/ist, ist die Strategie manche Großprovider.
15-30 GB inkl. bei Paketen…die Zusatzkosten pro GB liegen dann aber weit über der 10€-Grenze… und da wird’s ganz schnell eng und teuer…
Ich denke jeder muss sich überlegen, was für ihn/sie das richtige ist. Aber mit Traffic ist es nunmal so wie mit Benzin – Kosten / Einheit sind meist irgendwann fällig – egal wie hoch die Grenze liegt – man sollte sich nur überlegen ob man vom ersten Monat an Traffic zahlen möchte, den man gar nicht nutzt…
Viele Grüße
Frank :-)
Nachtrag: Ich sehe es eigentlich als selbstverständlich an, dass Traffic der verursacht wird (egal ob Mail, Web, FTP, etc.) auch bezahlt werden muss…schliesslich muss der Provider auch diesen Traffic zahlen. Die Router der großen Backbone-Provider kennen da leider keine Gnade ;D
Letzte Änderung von Frank Helmschrott am 28.12.02, 21:27.